Wirtschaft : Opec will weniger Erdöl produzieren

Experten: Preise werden wahrscheinlich nicht steigen

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Berlin (hop). Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) will ihre Fördermenge deutlich einschränken. Darauf einigten sich die Erdölminister der Organisation am Dienstag bei ihrem Treffen in Algier. SaudiArabien habe sich mit einem entsprechenden Wunsch durchgesetzt, hieß es offiziell am Rande der Konsultationen. Grund sei die Befürchtung, die Ölpreise könnten schon bald deutlich abbröckeln. Barbara Meyer-Bukow, Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) sagte dem Tagesspiegel, dass Öl tatsächlich bald billiger werden könnte. „Es ist ohnehin erstaunlich, dass der Markt mit hohen Preisen durch den Winter gegangen ist.“ Nach den Meldungen zogen die Ölnotierungen jedoch zunächst wieder an.

In den vergangenen Monaten bewegten sich die Preise für ein Barrel Erdöl (159 Liter) teilweise bei mehr als 30 Dollar. In den vergangenen Tagen war der Preis auf etwas mehr als 28 Dollar abgebröckelt. Die Opec strebt 22 bis 28 Dollar an. Dabei habe es „tendenziell ein Überangebot“ gegeben, sagte Meyer-Bukow. Die Preise seien nur so hoch, weil die Lagerbestände in den Industriestaaten vergleichsweise niedrig seien. Auch die winterbedingt hohe Nachfrage habe die Preise getrieben.

Doch für das zweite Quartal werde ein höherer Ölexport aus Nicht-Opec-Staaten wie Russland und einigen südamerikanischen Ländern erwartet, sagte Meyer-Bukow. Außerdem gehe die Nachfrage im Frühjahr traditionell zurück. Preisdruck könne allerdings dann aufkommen, wenn die Weltkonjunktur und damit auch der Ölverbrauch stärker anziehen werden als bisher erwartet.

Die Opec-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, die aktuelle Überproduktion sofort abzubauen. Die offizielle Förderquote liegt für alle Opec-Staaten bei insgesamt 24,5 Millionen Barrel pro Tag. Darüber hinaus werden nach Expertenschätzung zurzeit täglich bis zu zwei Millionen Barrel mehr produziert. Ab dem 1. April soll dann auch die offizielle Fördermenge um eine Million Barrel zurückgefahren werden. Außerdem könne die Opec die Produktion um weitere 700000 Barrel reduzieren, sollte der Preis unter die Marke von 25 Dollar fallen, sagte der amtierende Opec-Vorsitzende Purnomo Yusgiantoro. Die Mitglieder des Kartells verpflichteten sich, die gekürzten Förderquoten tatsächlich strikt einzuhalten.

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