Opel AG : Eisenach produziert den neuen Corsa

"Der neue Corsa rollt. Das ist für uns die beste Nachricht des Tages." Eric Alstrom, einer der Geschäftsführer der Adam Opel GmbH, sprach gewiss auch den 1800 Beschäftigten des Opel-Werkes in Eisenach aus dem Herzen.

Eisenach - Denn der offizielle Startschuss für das neue Corsa-Modell bedeutet für sie ein gehöriges Stück Sicherheit für die Zukunft: Vier Fünftel der Gesamtproduktion des neuen Kleinwagens sollen in Eisenach gebaut werden. 180.000 Stück pro Jahr stellte der Geschäftsführer des Eisenacher Werkes, Leo Wiels, in Aussicht. Das wäre eine Größenordnung, die am Fuße der Wartburg noch nie erreicht wurde.

Im Gegenteil. Das Eisenacher Werk, das 1992 für eine halbe Milliarde Euro errichtet worden war und noch immer als eine der modernsten Fertigungsstätten Europas gilt, hat schlechte Zeiten hinter sich. Zwar verließen in den vergangenen 14 Jahren mittlerweile rund 1,9 Millionen Fahrzeuge das Werk und die Opelaner kamen 1998 in Eisenach auf eine Jahresproduktion von knapp 175.000 Pkw. Doch noch nie waren die Kapazitätsgrenzen erreicht worden. Und eine jahrelange Absatzflaute, verstärkt durch Qualitätsprobleme im Konzern, drückte 2005 die Jahresproduktion auf gerade mal 115.000 Fahrzeuge. Personalabbau und Kurzarbeit waren die Folge. Es gab die Sorge, das Eisenacher Werk könnte Opfer von Stilllegungsplänen werden.

Doch im vergangenen Jahr erhielt Eisenach den Zuschlag für den neuen Corsa, der ab Oktober den 9,4 Millionen Mal verkauften Vorläufer ersetzen wird. Im Sommer 2005 begann die Vorbereitung der Produktion. 150 Millionen Euro wurden in neue Maschinen und Anlagen investiert. Im März 2006 wurde zu Lernzwecken mit der Fertigung des Corsa begonnen, Mitte August lief die Vorserienfertigung an. Am Mittwoch rollte im Beisein von viel Prominenz offiziell das erste Serienmodell vom Band.

Stevens: "Hier wird wettbewerbsfähig produziert"

Eric Stevens, der einst selbst das Eisenacher Werk leitete und heute Vizepräsident beim Mutterkonzern General Motors Europe ist, machte klar, dass Eisenach sich in einem harten Wettbewerb durchgesetzt habe. Er fand denn auch lobende Worte für die Eisenacher: Nirgends sonst sei ein Produktionsanlauf so effizient organisiert worden wie in Eisenach. Das Werk sei eines der flexibelsten im Konzern und technisch auf dem neuesten Stand. "Hier wird wettbewerbsfähig produziert", sagte Stevens. Und immerhin 15.000 Beschäftigte des Konzerns hätten in Schulungskursen in Eisenach gelernt, was General Motors unter einer schlanken Produktion verstehe.

Dass der neue Corsa die Erfolgsstory seines Vorgängers fortschreibt, daran hegte Geschäftsführer Alstrom keinen Zweifel. Europaweit seien bereits 35.000 Fahrzeuge vorbestellt worden, in Deutschland seien es 8500. Noch in diesem Jahr sollen in ganz Europa 75.000 Fahrzeuge verkauft werden, in Deutschland bis zu 17.000. Geht die Rechnung auf, dann dürfte den Opelanern ein arbeitsreiches Jahr bevorstehen.
(Von Uwe Frost (ddp))

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