Wirtschaft : Opel: Automobilhersteller setzt zum Überholen an

Daniel Rhee-Piening

Jahrelang wurde Opel von seinem amerikanischen Eigentümer General Motors vernachlässigt. Die Vorstände in Rüsselsheim wechselten schneller als die Modelle, sie wurden an der kurzen Leine geführt, und parallell dazu ging der Marktanteil von Opel am deutschen Markt zurück. Dabei gab es immer wieder vielversprechende Ansätze. Das Werk in Eisenach ist seit 1992, was Arbeitsorganisation, Qualität und Produktivität angeht, Vorbild für Europa, für Asien, Südamerika und auch für die USA. Mit Carl-Peter Forster steht seit dem Frühjahr ein Manager aus Europa an der Spitze von Opel. Er kennt die deutsche Mentalität und die Ansprüche besser, als viele seiner Vorgänger, die nur nach Detroit blickten.

Erster Höhepunkt einer neuen Ära bei Opel ist das neue Werk in Rüsselsheim, das an die Erfolge von Eisenach anknüpfen soll. Und auch beim Absatz will man nun offenbar neue Wege gehen. Der Astra könnte schon in weniger Jahren auch in den USA verkauft werden. Noch geht es nur um das Design des Autos, aber auch eine Produktion in Deutschland scheint denkbar zu sein.

In der gesamten Automobilbranche gibt es seit langem über den Atlantik keine Einbahnstraße mehr. Die Erfolge von BMW und Daimler-Chrysler belegen dies. Daimler-Chrysler zeigt auch, dass europäische Automobilmanager zu ihren amerikanischen Kollegen aufgeschlossen haben. Opel kann beweisen, dass Deutschland auch in der Old Economy von der Globalisierung profitieren kann, vorausgesetzt, die Produktion wird rentabel organisiert. Allerdings sind die Pläne für Opel kein Ruhekissen. Zum einem wird General Motors nicht ruhen, ähnliches auf die Beine zu stellen, und die Unwägbarkeiten des Dollarkurses sind nicht zu unterschätzen. Nicht ohne Grund haben Daimler, BMW und VW Werke in den USA errichtet.

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