Wirtschaft : Opel-Chef Forster skeptischer als der Rest der Branche Im kommenden Jahr kaum Wachstum erwartet

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(hz/HB/ro). Als erster deutscher Hersteller hat Opel die erwartete Erholung der Autoindustrie im kommenden Jahr wieder in Frage gestellt. Auch ein Nullwachstum der Branche im nächsten Jahr sei möglich, sagte OpelChef Carl-Peter Forster vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Die Aussichten der Branche für 2004 bewegten sich für den deutschen Markt zwischen null und fünf Prozent Zuwachs. Der Opel-Chef schraubte deshalb auch seine Ertragserwartungen leicht zurück und rechnet für 2004 nur noch mit einem „kleinen Gewinn“. Damit gibt sich der Vorstandschef der Tochter von General Motors wesentlich skeptischer als die meisten Konkurrenten. Die Mehrheit der Top-Manager in der Branche bewertet die Chancen der Autoindustrie nach wie vor positiv. Im kommenden Jahr würden „in wichtigen Volumenmärkten wieder teilweise deutliche Zuwachsraten beim Fahrzeugabsatz erwartet – allerdings ausgehend von einem recht niedrigen Niveau", sagte Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp dem „Handelsblatt“.

„Wir sind für den Rest des Jahres und für 2004 zuversichtlich", erklärte BMW-Chef Helmut Panke kürzlich. Auch Ford sieht erste Anzeichen einer Erholung. Die deutsche Autoindustrie erlebt auf dem Heimatmarkt ihr viertes Minusjahr in Folge. Im Jahr 1999 waren noch 3,8 Millionen Fahrzeuge zugelassen worden, in diesem Jahr werden es nach Einschätzung des Verbandes der Autoindustrie (VDA) 3,25 Millionen Fahrzeuge sein. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Leverkusener Prognoseinstitut B&D Forecast rechnet für 2004 mit einem Ende der Durststrecke. Das Modellfeuerwerk und die Modellinvestitionen seien enorm und würden den Markt auf 3,45 Millionen Zulassungen katapultieren, sagte Dudenhöffer dem „Handelsblatt“.

Opel-Chef Forster teilt den Optimismus nicht. Er stellt sich vielmehr auch 2004 auf eine Fortsetzung der Rabattschlacht ein. Die Kaufbereitschaft sei angesichts der allgemeinen Verunsicherung geringer als selbst im Krisenjahr 1993. „Der deutsche Konsument kauft kein Auto, sondern Schnäppchen“, beschreibt Forster das Dilemma der Branche. Opel will erneut bei den Zulieferern die Daumenschrauben anziehen. In den kommenden drei Jahren sollen die Materialkosten um insgesamt 20 Prozent sinken.

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