Wirtschaft : Opel-Chef verbreitet Aufbruchstimmung

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Trotz des dramatisch fallenden Absatzes hält die Adam Opel AG an ihren Sanierungszielen fest. Im laufenden Jahr werde der Verlust "deutlich reduziert" und Ende 2003 soll nach vielen defizitären Jahren erstmals wieder Gewinn eingefahren werden. Das kündigte Opel-Chef Carl-Peter Forster am Montagabend in Berlin an. Im vergangenen Jahr hatte der operative Verlust der Rüsselsheimer bei rund 670 Millionen Euro gelegen und im ersten Quartal 2001 war der Opel-Absatz um 24 Prozent gesunken. Forster äußerte sich anlässlich der Eröffnung der Opel-Hauptstadtrepräsentanz in der Friedrichstraße, die am Dienstag in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder und des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit stattfand. Für rund zwölf Millionen Euro hat Opel auf drei Etagen Ausstellungs- und Büroräume hergerichtet, mit denen das Unternehmen "ein starkes Standbein in der Bundeshauptstadt" habe. Der Vorstandschef sagte weiter, Opel sei "im Aufbruch, ein neuer, frischer Wind weht durch unser Unternehmen". Als Beleg dafür führte Forster den neuen Vectra an, der seit einigen Tagen auf dem Markt ist. Mit der Modellfamilie um den Vectra habe Opel "eine beispiellose Modelloffensive" eingeleitet. Für das kommende Jahr kündigte Forster den Signum an, der mit einem neuen Karosseriekonzept "das Raumangebot und den Komfort der Oberklasse bietet". Ebenfalls im kommenden Jahr wollen die Rüsselsheimer einen Minivan unterhalb des Zafiras anbieten. Insgesamt wird Opel Forster zufolge in den nächsten fünf Jahren mehr als zehn Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Fahrzeuge investieren. Bis 2006 soll die gesamte Modellpalette erneuert sein.

Forster zufolge kann es rund zehn Jahre dauern, um ein in Not geratenes Autounternehmen wieder profitabel zu machen. Bei Opel soll dazu auch wieder ein so genanntes Flaggschiff gehören, also ein Oberklassemodell wie früher der Omega, das auf das Image der gesamten Marke ausstrahlt. Bevor es soweit ist, kommt aber - zeitgleich zum neuen Golf und voraussichtlich Anfang 2004 die nächste Generation des Astra auf den Markt.

Unterdessen wurde ein Führungswechsel im Eisenacher Opel-Werk bekannt. Geschäftsführer David Gibbons wird nach weniger als einjähriger Amtszeit das Unternehmen verlassen und eine Aufgabe beim Opel-Mutterkonzern General Motors in den USA übernehmen. Nach Informationen der dpa sollte der US-Amerikaner die Tochter der Adam Opel AG mit rund 2000 Beschäftigten bis Ende 2002 leiten. "Er wird früher an anderer Stelle gebraucht", hieß es am Dienstag in Eisenach. Einen Bericht der "Thüringischen Landeszeitung" (Dienstag) über den Abgang von Gibbons wollte eine Firmensprecherin nicht kommentieren.

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