Wirtschaft : Opel: Dem Autokonzern stehen harte Verhandlungen bevor

Die Gespräche zwischen Betriebsräten und dem Opel/GM-Management über einen Kapazitäts- und Personalabbau sollen bereits am Wochenende beginnen. Die Arbeitnehmervertreter der mehr als 85 000 Beschäftigen an 16 europäischen Standorten wollen zunächst die Bedingungen für weitere Detail-Verhandlungen festlegen. "Das Thema Standortschließungen und betriebsbedingte Entlassungen muss vorher vom Tische", sagte der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Donnerstag der dpa in Frankfurt.

Erst wenn darüber Klarheit herrsche, könne ernsthaft über gemeinsame Lösungen zur Sanierung des Autokonzerns verhandelt werden. "Diese Frage muss in der kommenden Woche abschließend geklärt sein", bekräftigte Franz, der auch Vorsitzender der europäischen GM- Betriebsräte ist.

Am Standort Bochum, der bislang noch von einer Schließung bedroht ist, soll es zunächst aber nicht zu Protestaktionen und Arbeitsniederlegungen kommen. Entsprechende Medienberichte bezeichnete der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Peter Jaszczyk als "absoluter Quatsch". Die Arbeitnehmervertreter wollen auf alle Fälle die Schließung eines europäischen GM/Opel-Standortes verhindern. Ziel sei "die gleichmäßige Verteilung der Lasten auf alle europäischen GM-Standorte und -Marken", betonte Franz.

Mit der Ankündigung des Opel-Vorstandsvorsitzenden Carl-Peter Forster, in Europa müssten angesichts der schwachen Nachfrage 15 Prozent der bestehenden Kapazitäten abgebaut werden, ist plötzlich auch Bochum in die Gefahrenzone gerückt. Bislang wird die Alternative komplette Werksschließung oder Reduzierung der Kapazitäten an mehreren Standorten in dem Opel-Krisenprogramm "Olympia" noch offen gehalten.

Für die Kürzung der Anlagen um 300 000 bis 350 000 Modelle an einem Ort kämen in Europa nur die großen Montagewerke Bochum, Saragossa (Spanien) und Antwerpen (Belgien) in Frage. Erstmals hatte Forster und sein Personalvorstand Norbert Küpper bei der Vorlage des "Olympia"-Zwischenberichts am Mittwoch öffentlich die deutschen Opel- Werke als mögliche Option für eine Stilllegung einbezogen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement hat unterdessen mit Opel-Chef Forster ein erstes Gespräch über die Zukunft des Opel-Werkes in Bochum geführt. "Ich bin überzeugt, dass der Opel-Standort Bochum erhalten bleibt", sagte Clement. "Wir werden alles tun, um dazu beizutragen, damit dieses Ziel erreicht wird." Die Landesregierung werde dem Automobilkonzern "jede nur denkbare Unterstützung" bei der Umstrukturierung gewähren.

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