Opel : Der Favorit macht das Rennen

Mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und seinen russischen Partnern haben sich im Bieter- Wettstreit um Opel die von Bund, Ländern und Arbeitnehmern bevorzugten Kandidaten durchgesetzt.

Berlin - Mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und seinen russischen Partnern haben sich im Bieterwettstreit um Opel die von Bund, Ländern und Arbeitnehmern bevorzugten Kandidaten durchgesetzt. Der internationale Magna-Konzern hat unter anderem durch Aufträge von BMW und Daimler viel Erfahrung im Fahrzeugbau und setzt auf einen guten Draht zu den Beschäftigten.

Die Firma. Magna hat seinen Firmensitz im kanadischen Aurora, nahe der Stadt Toronto und der US-Grenze. Chef des Zulieferers ist der aus Österreich stammende gelernte Werkzeugmacher Frank Stronach, der 1957 mit Multimatic den Vorgänger der heutigen Magna gründete und die Firma vom Ein-Mann-Betrieb für Werkzeugbau zu einem Weltkonzern ausbaute. Magna beschäftigt heute 71 000 Menschen an rund 330 Standorten in 25 Ländern. Die Europazentrale liegt im österreichischen Oberwaltersdorf bei Wien.

Das Geschäft. Magna ist in erster Linie Zulieferer für Autoteile. Das Unternehmen stellt Karosseriekomponenten her: Fahrwerke, Autositze, Spiegel, Cabriodächer, Fahrzeugelektronik und vieles andere. Magna entwickelt und baut auch komplette Fahrzeuge in Eigen- und vor allem Auftragsproduktion. Zu den Kunden gehören unter anderem Daimler und BMW mit Teilen ihrer Geländewagenfertigung. Im Frühjahr stellte Magna auf dem Genfer Autosalon auch ein eigenes Elektroauto vor.

Die Strategie. Magna tritt in aller Regel als langfristiger Investor auf. Der Zulieferer sieht sich selbst als „Fair Enterprise“, als faires Unternehmen und fairen Arbeitgeber. So hat der Konzern eine eigene Unternehmensverfassung, die unter anderem festlegt, wie viel vom jährlichen Gewinn den Mitarbeitern, den Aktionären, dem Management und der Forschung zufließt.

Die Partner. Magna will Opel zusammen mit der halbstaatlichen russischen Sberbank übernehmen. Hierzu haben die Unternehmen ein Konsortium gegründet, an dem beide je zur Hälfte beteiligt sind. Magna und die Sberbank kaufen 55 Prozent von Opel. Magna ist mit Russland durch seinen Kontakt zum Oligarchen Oleg Deripaska verbunden, der 2007 bei Magna einstieg, seine Beteiligung aber wegen der Wirtschaftskrise wieder aufgeben musste. Deripaska gehört der Autobauer Gaz. Gaz ist der dritte Partner von Magna und Sberbank. AFP

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