Opel : General Motors legt sich mit Brüderle an

Nick Reilly, der neue Europachef von General Motors, hat sich optimistisch gezeigt, dass die Bundesregierung den US-Konzern bei der Sanierung von Opel unterstützen wird.

Henrik Mortsiefer

Berlin - Nick Reilly, der neue Europachef von General Motors, hat sich optimistisch gezeigt, dass die Bundesregierung den US-Konzern bei der Sanierung von Opel unterstützen wird. „Ich bin zuversichtlich, dass es irgendeine Art von Hilfe von der deutschen Regierung geben wird", sagte Reilly am Samstag bei einer Telefonpressekonferenz. Entscheide sich die Regierung anders, „wäre ich sehr enttäuscht, wenn Deutschland das einzige Land bliebe, dass GM nicht hilft“, sagte Reilly. GM mache seine Pläne zum Stellenabbau an den vier deutschen Standorten aber nicht von einer staatlichen Unterstützung abhängig.

Wiederholte Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), wonach GM ausreichend Kapital habe, um Opel alleine zu sanieren, korrigierte Reilly. „Die hohe Liquidität, über die GM im dritten Quartal verfügte, hat sich deutlich reduziert“, sagte der Manager. Zudem handele es sich überwiegend um das Geld amerikanischer Steuerzahler, das an den US-Staat zurückgezahlt werden müsse und nur sehr begrenzt für die Sanierung des Europageschäfts verwendet werden dürfe.

Die US-Regierung hatte GM mit 50 Milliarden Dollar vor der Insolvenz bewahrt und ist noch immer Mehrheitseigentümer des Autokonzerns. Opel werde auch im kommenden Jahr noch Geld verlieren, weil der europäische Automarkt vor einem sehr schwachen Jahr mit nur rund 13,5 Millionen verkauften Fahrzeugen stehe, prognostizierte Reilly. GM hatte am Freitag bekannt gegeben, dass Reilly nicht, wie ursprünglich geplant, nur vorübergehend Opel und seine britische Schwester Vauxhall führen soll, sondern auf Dauer Europachef des US-Konzerns bleibt. Sein Management-Team will Reilly in der kommenden Woche präsentieren. Ob auch Opel-Geschäftsführer Hans Demant dazugehört, wollte Reilly am Samstag nicht sagen.

Zu den Details des Sanierungsplans, der in Umrissen bekannt geworden war, machte Reilly ebenfalls keine Angaben. „Das Konzept steht zu 90 bis 95 Prozent“, sagte der Brite. „Aber es gibt noch wichtige Verhandlungen mit den Betriebsräten und Gewerkschaften.“ Um auf dem Markt dauerhaft bestehen zu können, müsse Opel aber „noch einige Lücken in seinem Portfolio“ schließen. „Opel braucht einen Mini“, sagte Reilly. GM hatte die Planungen für einen Kleinwagen unterhalb des Corsa, der in Eisenach und im spanischen Saragossa gebaut wird, früheren Angaben zufolge gestrichen. „Das wird die höchste Priorität haben“, befand Reilly nun. Chancen sieht er auch in der Entwicklung von Hybridautos und gasbetriebenen Fahrzeugen. Henrik Mortsiefer

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