Wirtschaft : Opel hat einen neuen Chef auf Abruf

Aufsichtsrat setzt Strategievorstand Thomas Sedran an die Spitze – Opel und Vauxhall verlieren in Europa weiter an Boden.

Sorgen in Bochum. Der Standort ist nach dem Jahr 2016 akut gefährdet. Foto: ddp
Sorgen in Bochum. Der Standort ist nach dem Jahr 2016 akut gefährdet. Foto: ddpFoto: ddp

Berlin - Der bisherige Strategievorstand von Opel, Thomas Sedran, wird neuer Chef des angeschlagenen Autobauers. Sedran (47) amtiert auf Abruf: „Er übernimmt die Geschäfte des aus dem Amt geschiedenen Vorstandsvorsitzenden so lange, bis ein Nachfolger ernannt wird“, teilte Opel am Dienstag mit. Sedrans Vorgänger Karl-Friedrich Stracke musste vergangene Woche überraschend abtreten. Der Opel-Aufsichtsrat ernannte Sedran am Dienstag wie erwartet in einer Sondersitzung zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Wer nach ihm die Nummer eins bei Opel wird, ist offen.

Sedran wurde erst im April von Aufsichtsratschef Steve Girsky zu Opel geholt. Er sollte Strategien entwickeln, um das Unternehmen wieder zu profitablem Wachstum zu führen. Sedran kennt Opel aus seiner Zeit bei Alix-Partners sehr gut: Für die Unternehmensberatung begleitete er die jüngste Opel-Sanierung, bei der ein Werk geschlossen und insgesamt rund 8000 Mitarbeiter entlassen wurden. „Wir arbeiten weiter daran, den von uns skizzierten Unternehmensplan umzusetzen und weiter zu verbessern“, ließ Opel-Aufsichtsratschef und GM-Europe-Präsident Steve Girsky mitteilen. „Wir werden die Bürokratie verringern und die Kultur unseres Unternehmens verändern.“ Das neue Team um Girsky stehe für eine Veränderung, die Opel und seine Schwestermarke Vauxhall dringend brauchten, so Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug . „Schlankere Managementstrukturen, Transparenz, Berechenbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit, um Opel wieder auf Wachstumskurs zu bringen.“

Im vergangenen Monat ist Opel/Vauxhall auf dem europäischen Automarkt allerdings weiter geschrumpft. Die Neuzulassungszahlen der Marke sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als zwölf Prozent auf 88 250. In den ersten sechs Monaten fiel das Minus mit 15 Prozent noch größer aus. Die Opel-Mutter General Motors erlitt im Juni insgesamt einen Absatzrückgang um 8,8 Prozent. Dabei glänzte aber Chevrolet mit einem Plus von 11,0 Prozent. Auch Fiat, PSA und Renault erlitten starke Absatzeinbrüche. Insgesamt stabilisierte sich der europäische Automarkt aber zuletzt etwas. Im ersten Halbjahr wurden nach Angaben des Verbandes Acea 6,8 Prozent weniger Neuwagen im Vergleich zum Vorjahr zugelassen – im Juni waren es nur noch 2,8 Prozent weniger. motGM-BILANZ Q1]

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben