Wirtschaft : Opel: Keine Werks-Schließung in Deutschland

Der Verluste schreibende Autohersteller Adam Opel AG will bei der Umsetzung des geplanten Sanierungsprogramms "Olympia" auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen verzichten. Die Arbeitgeber hätten sich mit Vertretern der Arbeitnehmer darauf geeinigt, dass der geplante Abbau von Kapazitäten und Einsparungen sozialverträglich geschehen würde, sagte ein Opel-Sprecher am Montag. Das gelte für das gesamte Sparpaket, dass die Opel-Konzernmutter General Motors (GM) für Europa angekündigt hatte. Die Gewerkschaften hatten ihre Forderungen nach einem Nein zu betriebsbedingten Kündigungen und Werkschließungen zur Vorbedingung gemacht, um formelle Verhandlungen über die Umsetzung der Sparmaßnahmen aufzunehmen.

Ein Opel-Sprecher sagte zu Beginn der Gespräche, der Konzern hoffe, dass die formellen Verhandlungen über einen möglichen Abbau von Arbeitsplätzen noch diese Woche beginnen könnten. Die deutsche Tochter des weltgrößten Autobauers General Motors hatte in der vergangenen Woche ein milliardenschweres Sparpaket angekündigt, um Überkapazitäten in seiner Europa-Sparte abzubauen und bei Opel ebenso wie bei GM Europe insgesamt zügig wieder Gewinne zu erzielen. Dabei sollen möglicherweise mehrere tausend Stellen gestrichen werden, hieß es weiter. Auch Werksschließungen schloss Opel-Chef Carl-Peter Forster damals nicht aus.

Im Rahmen des Sparplans will GM Europe die Kapazität in der Fahrzeugfertigung bis 2003 um etwa 15 Prozent senken, was bis zu 350 000 Fahrzeugen oder der Kapazität eines großen Werkes entspricht. Alternativ zu einer Werksschließung sind nach Firmenangaben auch Kürzungen an mehreren Standorten denkbar.

Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Bochum, Peter Jaszczyk, hatte vor Beginn der Gespräche Streiks für den Fall nicht ausgeschlossen, dass Opel die Vorbedingungen der Arbeitnehmer für die Verhandlungen nicht akzeptiere. In Deutschland unterhält Opel Montagewerke in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach sowie ein Zulieferwerk in Kaiserslautern und beschäftigt knapp 42 700 Mitarbeiter. Die komplette Schließung eines deutschen Werks galt von Anfang an als relativ unwahrscheinlich, da die Fertigungen ausgelastet sind.

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