Opel : Kleinwagen soll Zukunft des Eisenacher Werks sichern

Ein Kleiner könnte Großes leisten: Der neue Opel-Kleinwagen Junior soll ab 2013 in Thüringen gebaut werden. Das Auto spielt eine wichtige Rolle für den angeschlagenen Hersteller.

Frohe Botschaft. Opel-Chef Nick Reilly sprach am Donnerstag in Eisenach.
Frohe Botschaft. Opel-Chef Nick Reilly sprach am Donnerstag in Eisenach.Foto: dpa

Eisenach/Rüsselsheim - Noch vor wenigen Monaten stand die Zukunft des Opel-Werks in Eisenach auf der Kippe. Jetzt investiert der Autobauer 90 Millionen Euro in das Thüringer Werk. Wie Opel-Chef Nick Reilly am Donnerstag in Eisenach verkündete, soll dort von 2013 an der neue Kleinwagen vom Band rollen. Das Auto spielt in Reillys Planungen eine wichtige Rolle: Es soll die Modellpalette des Autobauers erweitern und dabei helfen, verlorene Marktanteile zurückzuerobern. „Dieses neue Fahrzeug ist ein wichtiges Element in unserer Wachstumsstrategie“, sagte Reilly am Donnerstag.

Die rund 1 600 Mitarbeiter in Eisenach können sich freuen. Ihre Arbeitsplätze scheinen nun sicherer denn je. „Die 90 Millionen Euro-Investition wird die Rolle von Eisenach in unserem europäischen Fertigungsverbund deutlich stärken“, versprach der Opel-Chef.

Von dem Zuschlag für Eisenach profitiere auch das spanische Werk in Saragossa, sagte Reilly. Dieses hatte in dem Standortwettbewerb mit Eisenach konkurriert. Mit dem Anlaufen des neuen Kleinwagens, der intern derzeit als „Junior“ bezeichnet wird, werde Saragossa ein höheres Corsa-Volumen erhalten. „Dadurch profitieren beide Werke gleichermaßen und sind in der Lage, mehr Fahrzeuge als heute zu produzieren“, sagte Reilly. In welchem Umfang Produktionsvolumen verlagert werden sollen, sei noch unklar. In Eisenach können pro Jahr in drei Schichten maximal 190 000 Fahrzeuge gefertigt werden, in Saragossa sind es rund 400 000.

Das neue Modell ist unterhalb des Corsa angesiedelt und soll etwa dem Mini von BMW Konkurrenz machen. „Wir werden den Kunden ein attraktives Auto präsentieren können, das mit innovativer Technologie und ausdrucksstarkem Design beeindruckt“, warb Reilly für das Fahrzeug. Opel hofft auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Das geplante Produktionsvolumen liegt bei 100 000 Fahrzeugen im Jahr.

Mit seinem neuen Kleinwagen will Opel anspruchsvolle Kunden vor allem in den Städten ansprechen. Das neue Modell werde mit sparsamen Verbrennungsmotoren ausgestattet. Denkbar sei ebenfalls eine elektrische Variante. Zum Verkaufspreis machte Reilly noch keine Angaben. Die Gesamtinvestition liegt bei weit mehr als 200 Millionen Euro.

Mit dem neuen Modell setzt Opel weiter auf Expansion. „Mit dem im nächsten Jahr auf den Markt kommenden elektrischen Ampera, einem sportlichen Coupé und einem kleinen SUV werden wir unsere Produktlinie signifikant ausdehnen“, kündigte Reilly an.

Aktuell wird Opel saniert. Die Kapazitäten sollen nach früheren Angaben um 20 Prozent gesenkt werden, europaweit sollen demnach rund 8 000 der 48 000 Jobs wegfallen, davon weniger als die Hälfte in Deutschland. dpa

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