Wirtschaft : Opel läuft besser als befürchtet

Frankfurt am Main / Detroit - Bei der Sanierung des Autobauers Opel werden nach Einschätzung der IG Metall weniger Jobs gestrichen als zunächst geplant. Er gehe davon aus, dass nicht alle geplanten 4000 Stellen wegfallen, sagte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt und Opel-Aufsichtsrat, Armin Schild, am Freitag. Für die positive Entwicklung gebe es mehrere Gründe, wie die guten Verkaufszahlen für die neuen Modelle, die hervorragende Positionierung des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums im Verbund der Konzernmutter General Motors und die geplante Produktoffensive. Ursprünglich hatte Opel geplant, von europaweit 48 000 Arbeitsplätzen 8000 abzubauen, davon die Hälfte in Deutschland.

Am härtesten sollte es den Standort Bochum mit 1800 Streichungen treffen. Es werde daran gearbeitet, möglichst vielen Opel-Werkern aus Bochum Alternativen in den anderen Werken anzubieten. Genaue Zahlen wollte Schild nicht nennen. Der Abbau der Jobs in Belgien, Großbritannien und Spanien ist hingegen bereits weitgehend vollzogen. Nach früheren Aussagen aus dem Betriebsrat können sich insbesondere die Opel-Arbeiter in Eisenach ihrer Jobs relativ sicher sein, weil dort voraussichtlich der neue Kleinwagen „Junior“ gebaut werden soll.

Unterdessen hieß es in Detroit, dass der überraschend angekündigte Chefwechsel bei General Motors die Vorbereitungen auf den Börsengang des US-Autobauers etwas verzögern könnte. GM werde die Unterlagen für den Börsengang möglicherweise erst Anfang kommender Woche einreichen. Zuletzt hatte es geheißen, die Einreichung sei schon am Freitag denkbar. In den mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hieß es am Donnerstag, zwar sei das hunderte Seiten umfassende Prospekt für den Börsengang fertig. Wegen des überraschenden Chefwechsels müsse GM aber wohl noch Passagen über mögliche Risiken daraus hinzufügen. Sollte es eine Verzögerung geben, werde es nur um wenige Tage gehen. In dem Prospekt werde im Übrigen weder die Zahl der auszugebenden Aktien noch eine Preisspanne genannt.

GM-Chef Ed Whitacre hatte am Donnerstag angekündigt, zum 1. September die Leitung des Unternehmens an Dan Akerson übergeben zu wollen. Vor der Veröffentlichung der Personalie hatte die Opel-Mutter für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Dollar bekannt gegeben und damit ihr Ziel untermauert, erstmals seit sechs Jahren auch im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben.dpa/rtr

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