Opel-Mutter : Bund rechnet mit GM-Pleite

Rüsten für den Ernstfall: Einem Zeitungsbericht zufolge arbeitet die Bundesregierung an einem Krisenplan für den Fall einer Insolvenz des US-Autokonzerns General Motors (GM). Damit könnte sich die Rettung der GM-Tochter Opel komplizierter gestalten.

Berlin Der Plan sehe auch kurzfristige Liquiditätshilfen für Opel vor, um den Betrieb des Autobauers aufrecht zu halten, schrieb die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Regierungskreise. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) arbeite an den Maßnahmen in Abstimmung mit Kanzleramt und Finanzministerium.

Dem Bericht zufolge rechnet die Bundesregierung intern inzwischen fest damit, dass GM Ende Mai, Anfang Juni Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragen müsse. Die Bundesregierung sei sich jedoch über die Folgen einer Pleite bisher im Unklaren, hieß es. Als sicher gilt, dass die Rettung der europäischen Konzerntöchter dadurch erheblich erschwert würde.  So dürften sich auch schnelle Finanzspritzen für Opel als schwierig gestalten: Diese dürfe der Bund insolventen Firmen eigentlich nicht gewähren.
 
Milliardenverlust für GM im ersten Quartal erwartet
 
Derzeit laufen schwierige Verhandlungen zwischen GM und Kreditgebern, die zu einem Teilverzicht auf ihre Forderungen bewegt werden sollen. Der US-Autokonzern legt heute Mittag seine Quartalszahlen vor. Gerechnet wird mit einem Milliardenverlust im hohen einstelligen Bereich.
 
Die US-Regierung hatte dem größten US-Autobauer Zeit bis Ende Mai gegeben, ein realistisches Sanierungskonzept vorzulegen. Der Konkurrent Chrysler musste vor kurzem bereits Insolvenz anmelden. (rf/dpa/Reuters)

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