Wirtschaft : Opel: Neue Automodelle müssen her (Kommentar)

Alfons Frese

Ach so, mal wieder der Benzinpreis. Opel-Chef Robert Hendry meint, der teure Sprit sei mitschuld am Zustand seines Unternehmens. Abgesehen davon, dass Opel schon in jenen Zeiten ein schlechtes Bild abgab, als Benzin viel billiger war: Die etwas angejahrten und in der Qualität nicht immer überzeugenden Produkte haben Opel in die Krise gebracht. Die Leute kaufen Golf statt Astra und Polo statt Corsa. Das über Jahre die Mitarbeiter zermürbende Kräftemessen zwischen Rüsselsheim, der General-Motors-Europazentrale in Zürich sowie schließlich dem GM-Konzernsitz in Detroit hat Opel geschwächt und im Vergleich zum wichtigsten Wettbewerber VW zurückgeworfen. Das gilt im übrigen auch für Ford, nach GM die Nummer zwei in der Welt und ebenso wie GM in Europa auf abschüssiger Bahn.

Die großen US-Autofirmen haben sich in den 90er Jahren auf ihrem Heimatmarkt gut behauptet und gleichzeitig die Präsens in Asien kräftig ausgebaut. Womöglich ist den Weltkonzernen dabei Europa ein wenig aus dem Blick geraten. Bei Ford hat die unglückliche Modellpolitik noch stärker durchgeschlagen als bei Opel: Das vergangene Jahr schloss die Kölner Ford-Werke AG mit einem Verlust von 434 Millionen Mark. Ähnlich wie Opel - Vorstandschef Hendry will durch die Allianz mit Fiat Milliarden sparen - setzt auch Ford vor allem auf Kosteneinsparungen, vermutlich wird mindestens ein Werk in Europa geschlossen. Doch auf dem stagnierenden westeuropäischen Markt wird das kaum zusätzliche Anteile bringen. Deshalb müssen neue Modelle her; Modelle mit attraktiven Preisen, pfiffigem Design und wenig Verbrauch. Dann verliert auch der Benzinpreis an Bedeutung.

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