Opel : Neuheiten und Lücken

Auf den 4. März 2010 freut sich das Opel-Management schon lange. Wenn beim Autosalon in Genf – einer der führenden Fachmessen – der Vorhang fällt, soll die Öffentlichkeit nicht mehr über gefährdete Jobs und Standorte sprechen, sondern über ein neues Auto.

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Hoffnungswerte. Den Meriva mit neuen Türen zeigt Opel in Genf, der elektrische Ampera kommt 2011 auf den Markt. -Foto: ddp

Der neue Opel Meriva feiert in der Schweiz seine Weltpremiere – ein Minivan mit ausgefeiltem Türenkonzept: Statt nach vorne öffnen sich die Türen zur Rückbank nach hinten. Das erleichtert den Zugang für Fahrer und Beifahrer, etwa um die Aktentasche abzulegen oder den Kindern beim Anschnallen zu helfen. Seit 2006 testen Opels Marktforscher die neue Konstruktion, die auch Experten für vielversprechend halten. Im Sommer kommt der Meriva in den Verkauf, den Preis verrät Opel noch nicht.

Auch weitere Neuheiten sind in Sichtweite: 2011 soll das ambitionierte Elektroauto Ampera auf den europäischen Markt kommen – ein Hybridfahrzeug mit Verbrennungsmotor, das sich ausschließlich elektrisch fortbewegt und den herkömmlichen Motor zum Aufladen der Batterie benutzt. Für 2012 plant Opel zudem, mit einem neuen Einstiegsmodell unterhalb des Corsa auf den Lupo von VW zu reagieren. Im Segment der Geländewagen (SUV) spekuliert man ebenfalls über neue Modelle ab 2012. Zunächst wird jedoch das aktuelle Modell, der Antara, bis Ende dieses Jahres überarbeitet und soll 2011 mit neuem Gesicht auf den Markt zurückkehren.

Insgesamt vermissen Experten bei den Rüsselsheimern eine einheitliche Modellstrategie. „Offenkundig ist bei Opel noch nicht alles durchdacht“, sagt Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft. Das betreffe auch bisher offene Fragen bei der oberen Mittelklasse und bei Vans. Über dem Insignia sieht Diez eine Lücke, die früher der Omega abgedeckt hat. Bei Vans gilt als fraglich, ob über dem erfolgreichen Zafira noch Bedarf besteht.

Von den Antworten hängt viel ab. „Die richtigen Modelle sind der alles entscheidende Faktor“, sagt Diez. „In der Branche gilt: Das Produkt ist der König.“ dcl

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