Opel-Werk in Bochum : Rösler wirft General Motors schwere Fehler vor

2016 sollen in Bochum keine vollständigen Autos mehr gefertigt werden. Die IG-Metall kündigte Widerstand gegen die Entscheidung an. Und Wirtschaftsminister Philipp Rösler macht sich derweil auf die Suche nach den Verantwortlichen.

Philipp Rösler geht mit GM hart ins Gericht.
Philipp Rösler geht mit GM hart ins Gericht.Foto: dpa

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat dem Opel-Mutterkonzern General Motors im Zusammenhang mit dem Aus für den Standort Bochum gravierende Management-Fehler vorgeworfen. „Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit“, sagte Rösler der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe).

GM müsse sich fragen lassen, ob der Konzern in der Vergangenheit alles Notwendige getan habe, um das Aus für Bochum zu verhindern. „So war es ein Fehler, dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte. Ich erwarte von Opel, dass das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht wird und mithilft, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern“, verlangte Rösler. Staatshilfe für Opel lehnte Rösler ab, „weil diese die unternehmerischen Probleme in der Regel auf Dauer nicht beheben kann“. Land und Stadt seien gefragt, eine Zukunftsperspektive für Bochum zu schaffen. Die Arbeitsagenturen würden alles tun, um den Beschäftigten zu helfen.

Die IG Metall kündigte Widerstand gegen das angekündigte Aus der Autofertigung am Opel-Standort Bochum an. „Die IG Metall akzeptiert eine Schließung des Standortes Bochum nicht, das haben wir immer gesagt. Wenn Opel dort jetzt ersatzlos alle Produktionsarbeitsplätze abbauen will, ist das eine offene Kampfansage an uns“, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber am Dienstag der dpa in Frankfurt. GM müsse endlich eine tragfähige
Gesamtlösung für Opel in Deutschland vorlegen, sonst gebe es einen offenen Konflikt: „Solange nichts auf dem Tisch liegt, leisten wir Gegenwehr.“

Nach Ansicht des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer ist auch die Schuldenkrise in Europa mitverantwortlich für die Schließung. „Diese Schuldenkrise hat die Automobilmärkte in Europa ganz, ganz tief getroffen“, sagte er am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Krise hat „die Autowerke in Europa ihre Jobs gekostet und wird in der Zukunft (...) noch zu Fabrikschließungen führen.“

Dudenhöffer sagte, bei Opel seien viele Managementfehler gemacht worden, indem man sich nur auf Europa konzentriert habe. „Keine Marke kann heute ausschließlich in Europa überleben“, sagte er. „Deshalb wird es schwer sein, für die Marke die Brücke in die Zukunft zu finden.“ Nur die Werkschließung in Bochum werde nicht ausreichen, um Opel langfristig zu stabilisieren. Am Montag hatte der Autohersteller angekündigt, die Produktion in Bochum Ende 2016 auslaufen zu lassen. (dpa)

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