Wirtschaft : Operation Goldschatz

Es war vor genau einem Jahr, am 15.Mai 1997.Zuerst mußte sich Bundesfinanzminister Waigel von den Steuerschätzern ein neues Haushaltsloch in Höhe von 20 Mrd.DM vorrechnen lassen.Doch dann kam es noch schlimmer: Wenige Stunden später zeigten Fernsehkameras den Hubschrauber Waigels im Landeanflug auf das Gelände der Bundesbank.Die Operation Goldschatz hatte begonnen.Theo Waigel wollte sich aus dem deutschen Gold- und Devisenschatz stille Reserven bis zu einer Höhe von 35 Mrd.DM ausschütten lassen - das meiste davon am liebsten schon im laufenden Haushaltsjahr, um doch noch das Budget- und das Schuldenkriterium für den Eintritt in die Europäische Währungsunion erfüllen zu können.Die Bundesbank wehrte sich mit Händen und Füßen.Nicht nur dem Ansehen der deutschen Zentralbank, sondern auch dem der künftigen Euro-Zentralbank drohe ernster Schaden.Waigels Banküberfall wurde abgewehrt.Zwar stimmte die Bundesbank schließlich einer Neubewertung ihrer Devisenreserven zu.Doch für den Haushalt des Jahres 1997 blieb diese Maßnahme unwirksam.Erst in diesem Jahr darf der Finanzminister von dieser Neubewertung profitieren.HB

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