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Wirtschaft : Opfer des eigenen Optimismus Dax-Konzerne präsentieren teils glänzende Zahlen Die Börse hatte sich noch mehr gewünscht

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In die Röhre geschaut. Nicht nur die Siemens-Mitarbeiter des Generatorenwerkes in Erfurt hätten sich positive Reaktionen der
In die Röhre geschaut. Nicht nur die Siemens-Mitarbeiter des Generatorenwerkes in Erfurt hätten sich positive Reaktionen derFoto: picture-alliance/ dpa

Berlin - Die deutsche Industrie lässt sich in die Bücher schauen. Was die Analysten in den Berichten über das zweite Quartal und in den Prognosen der Konzerne finden, lässt viele ratlos zurück. Die Geschäfte liefen zwar zuletzt vielfach glänzend – doch ob sich dies in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen lässt, will zurzeit niemand garantieren. Zu unsicher ist die Lage geworden: Wie gefährlich kann die mühsam entschärfte Euro-Schuldenkrise noch werden? Wie sehr lässt das Wachstum in der Weltwirtschaft und insbesondere in China nach? Taumeln die USA in ein Schuldendrama mit unberechenbaren Folgen für die globalen Märkte?

Die Antwort der Börse, die sich mehr für die Zukunft als für die Vergangenheit interessiert, fiel eindeutig aus: Die Aktien von VW, BASF, Lufthansa, Bayer, Siemens, Infineon und MAN – die alle am Donnerstag ihre Zahlen vorlegten – wurden verkauft. Das hatte aber nicht nur mit der Unsicherheit der Investoren zu tun. Die Dax-Unternehmen wurden auch Opfer ihres eigenen Optimismus: Viele Analysten hatten so hohe Maßstäbe an die deutschen Großunternehmen angelegt, dass Enttäuschungen vorprogrammiert waren. „In den seltensten Fällen sind die Ergebnisse besser als erwartet ausgefallen“, sagte ein Händler. „Klar ist, dass die hohe Wachstumsdynamik aus dem ersten Quartal eine Ausnahmeerscheinung in diesem Jahr bleiben dürfte“, analysierten die Volkswirte der Dekabank.

Eine Maßzahl der Börse zeigte am Donnerstag, wie nervös die Finanzmärkte inzwischen wieder sind. Die sogenannten „Angstindikatoren“ – die Volatilitätsindizes V-Dax und V-Stoxx – schossen am Donnerstag um jeweils rund zehn Prozent in die Höhe. Damit näherten sich die beiden Stimmungsbarometer dem Niveau, das sie Mitte Juli hatten – auf dem Höhepunkt der Griechenlandkrise. Henrik Mortsiefer

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