Wirtschaft : Optimistische Prognosen für Daimler-Chrysler

STUTTGART (dpa/rtr).Als erstes deutsches Unternehmen hat die Daimler-Benz AG, Stuttgart, eine konzerneigene Universität gegründet.Konzernchef Jürgen Schrempp sagte am Freitag, die Corporate University werde "eines unserer wichtigsten Instrumente sein", um nach der Fusion mit Chrysler "das Management beider Unternehmen zusammenzuführen".Die Daimler-Universität werde mit den weltbesten Business Schools zusammenarbeiten, um das Management auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.Die Hochschulzentrale werde am Firmensitz in Stuttgart sein.

Unterdessen gab es am Freitag Reaktionen zum Verschmelzungsbericht von Daimler-Benz.Die Fusion mit dem US-Konzern Chrysler kann nach Einschätzung einiger Fachleute höhere Einsparungen bringen als von den beiden Unternehmen bisher vorausgesagt.Mehrere Analysten sagten am Freitag, die in den Berichten erwähnten Sparpotentiale von 2,5 Mrd.DM im kommenden Jahr und 5,4 Mrd.DM jährlich innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre seien wohl die Untergrenze dessen, was erreicht werden könne.Ansonsten lagen die von Daimler und Chrysler veröffentlichten Geschäftsprognosen nach Meinung der Analysten etwa im Rahmen der Erwartungen.

Georg Stürzer von der Bayerischen Vereinsbank sagte, die genannten Spareffekte entsprächen den Zahlen, die im Mai bei der Bekanntgabe der geplanten Fusion der beiden Konzerne zur Daimler-Chrysler AG veröffentlicht worden seien."Leider hat es da keine positive Überraschung gegeben", sagte er.Die Ertragsprognosen der Unternehmen seien bei Daimler für das Jahr 2000 etwas höher ausgefallen als er erwartet habe, für Chrysler etwas geringer.

Daimler hatte erklärt, der Gewinn vor Finanzergebnis und Ertragsteuern solle von 1998 bis 2000 von 6,2 auf 10,2 Mrd.DM zunehmen.Bei Chrysler solle diese Größe von 9,8 auf 10,4 Mrd.DM steigen.Stürzer sagte, mit den Einsparungen ergebe sich für Daimler-Chrysler für das Jahr 2000 damit ein Gewinn vor Finanzergebnis und Steuern von rund 23 Mrd.DM.In großem Umfang einsparen werde der Konzern frühestens im Jahr 2001 mit gemeinsam entwickelten Fahrzeugen.

Die Daimler-Aktie ist nach Stürzers Einschätzung derzeit die interessanteste Autoaktie auf dem Markt.Würde man alle Zahlen umrechnen, käme man für die Aktie der künftigen DaimlerChrysler AG ohne die Synergieeffekte auf einen Wert von etwa 192 DM.Am Freitag nachmittag notierte die Daimler-Aktie im Xetra-Handel mit 180,80 DM um 7,40 DM über dem Vortagesschluß.Die Daimler-Aktien sollen im Rahmen der Fusion im Verhältnis eins zu eins in Daimler-Chrysler-Aktien getauscht werden.

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