Wirtschaft : Oracle: Softwarekonzern belastet asiatische Märkte

Der weltweit zweitgrößte Softwarekonzern, Oracle, hat sich zusammen mit der Telefongesellschaft SBC in die Reihe der US-Firmen eingereiht, die eine Gewinnwarnung ausgegeben und damit die Börse in Tokio deutlich belastet haben. Aktienhändler in der japanischen Hauptstadt erwarten nun, dass der US-Technologiebörse Nasdaq eine neue Abwärtsbewegung bevorsteht. Die Aktien von Oracle und SBC gaben im nachbörslichen Handel um bis zu 20 Prozent nach.

Oracle hatte seine Gewinnrücknahmen, wie bereits zuvor eine Reihe anderer US-Firmen, mit einer gesunkenen Nachfrage nach den Produkten des Konzerns begründet. SBC hatte auf gestiegene Investitionskosten verwiesen. Am New Yorker Aktienmarkt waren zuvor die Hightech-Titel in ein leichtes Plus gedreht. Spekulationen um gute Gewinnaussichten des Computerherstellers IBM hätten den Stimmungsumschwung herbeigeführt, sagten Händler. Das Investmenthaus Salomon Smith Barney hatte die Aussichten von IBM positiv kommentiert: "Wir erwarten, dass sich IBM in einer komfortablen Lage bezüglich seiner Gewinnprognosen für das Jahr 2001 befindet."

Oracle hatte nach Börsenschluss mitgeteilt, die Erwartungen für das dritte Quartal nicht erfüllen zu können. Eine Anzahl von Kunden habe sich dazu entschlossen, ihre Ausgaben auf Grund der Abschwächung der US-Konjunktur zu verschieben, hieß es. Dabei sei der Umsatz in Europa und in Asien unverändert stark. "Das Problem liegt an der US-Wirtschaft", hieß es bei Oracle. Auch SBC, die zweitgrößte lokale US-Telefongesellschaft, musste mitteilen, dass das Ergebnis im laufenden Quartal unter den Prognosen liegen werde. Die Aktien gaben daraufhin nachbörslich auf 44 Dollar von einem Schlusskurs von 45,50 Dollar nach.

In Tokio gab der Leitindex Nikkei 3,3 Prozent auf 12 261 Zähler nach und fiel damit auf ein neues 15-Jahres-Tief. Händler sagten, die Gewinnwarnung von Oracle habe zu reflexartigen Verlusten der Aktie geführt. Die Titel der japanischen Oracle-Tochter verloren gut zehn Prozent.

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