Wirtschaft : Oracle spricht von Ertragswende

Der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller Oracle Corp. erwartet bis zum vierten Quartal (zum 31. Mai) des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 wieder wachsende Erträge. Zugleich gab Oracle für das Ende November abgelaufene zweite Quartal einen von den Analysten erwarteten Gewinnrückgang bekannt. "Wir denken, dass unser Geschäft den Boden gefunden hat. Die Dinge haben sich stabilisiert und werden langsam besser", sagte Oracle-Chef Larry Ellison. Die Oracle-Aktien verloren nachbörslich zunächst auf Grund der Nachricht des gesunken Gewinns, stiegen aber nach der positiven Prognose wieder an und notierten am Freitagnachmittag am deutschen Markt mit 16,16 Euro. Dies war ein Minus von 1,9 Prozent.

"Dies war unser härtestes Quartal seit zehn Jahren. Sobald die Konjunktur an Fahrt gewinnt, werden wir wieder deutlich mehr verdienen", so Ellison. Der Finanzchef des Datenbank-Entwicklers Jeff Henley sagte, im Jahresvergleich erwarte das Unternehmen im dritten Quartal einen gleich bleibenden Gewinn von zehn Cent je Aktie. Im vierten Quartal werde der Reingewinn um zwei bis drei Cent je Aktie höher liegen als im Vorjahresquartal mit 15 Cent. "Wir denken, das zweite Quartal war der Boden, aber man weiß ja nie", sagte Henley weiter.

Der Reingewinn sei im zweiten Quartal vor allem wegen rückläufiger Einnahmen im Lizenzgeschäft von 622,8 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 549,5 Millionen Dollar (rund 607 Millionen Euro) gesunken, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Gewinn von zehn Cent je Aktie im abgelaufenen Quartal bestätigte Oracle genau die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz ging den Unternehmensangaben zufolge von 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 2,4 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten nur mit einem Rückgang auf 2,5 Milliarden Dollar gerechnet. Die Einnahmen aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen - ein wichtiger Indikator für die Unternehmensleistung - sanken gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 27 Prozent. Der Software-Konzern hatte bereits im November seine Prognosen für den Quartalsgewinn auf neun bis zehn Cent von zehn bis elf US-Cent zurückgenommen.

Als positiv bewertete Analyst Bob Austrian von Banc of America, dass Oracle extreme stabile Margen und einen kräftigen Cash-Flow habe. "Sie müssen bald wieder steigende Umsätze ausweisen, um die Aktie für die Anleger wieder attraktiv zu machen", sagte Analyst Chris Shilakes von Merrill Lynch. Der Unternehmensprognosen zufolge erwartet Oracle in diesem Geschäftsjahr allerdings kein Umsatzwachstum.

Oracle-Titel haben in den vergangenen zwölf Monaten rund 48 Prozent nachgegeben, während beispielsweise die Aktien des weltweit größte Software-Konzerns Microsoft im gleichen Zeitraum um knapp 57 Prozent zulegen konnten.

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