Wirtschaft : Ortsnetz-Monopol noch intakt

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Der Markt für Telekommunikationsdienste in Deutschland wächst in diesem Jahr erheblich langsamer als im Vorjahr. 1999 werden die Unternehmen mit Mobilfunk- und Festnetzdiensten 84 Mrd. DM umsetzen, 5,7 Prozent mehr als 1998. Im ersten Jahr der Liberalisierung hatte der Gesamtmarkt gegenüber 1997 noch um 15,9 Prozent zugelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei den Telekom-Unternehmen in Deutschland, die das Beratungsunternehmen Dialog Consult GmbH des Duisburger Professors Jürgen Gerpott im Auftrag des Verbandes VATM erstellt hat. Im Verband der Anbieter von Telekommunikatinsdiensten VATM sind die neuen Telekommunikations-Unternehmen zusammengeschlossen. Nach der Studie ist seit 1997 der Marktanteil der Deutschen Telekom AG von 90,4 Prozent auf 70,5 Prozent gesunken.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass in dieser Summe Festnetz- und Mobilfunkdienste enthalten sind: Im Mobilfunk ist Mannesmann Mobilfunk Marktführer vor T-Mobil. Am Festnetzumsatz von insgesamt 40 Milliarden Mark haben die neuen Anbieter nur einen Marktanteil von 17,5 Prozent.

Noch immer gibt es allerdings kaum Wettbewerb im Ortsnetz: Bei Telefonanschlüssen und Ortsgesprächen kommen die neuen Telefongesellschaften gerade einmal auf zwei Prozent; das Monopol der Telekom darf daher mit 98 Prozent Marktanteil als weitgehend intakt gelten.

Bei Ferngesprächen, Auslandsgesprächen und Verbindungen zu den Mobilfunknetzen erreichen die Wettbewerber der Telekom einen Marktanteil von 36,4 Prozent an den vermittelten Gesprächsminuten. Stark zugelegt hat die Zahl der Kunden, die sich für alle Ferngespräche fest auf einen neuen Anbieter einstellen lassen (Preselection): Bis Ende des Jahres werden dies 702 000 sein, prognostiziert Dialog Consult. Die monatliche Wachstumsrate beträgt dabei 4,4 Prozent. Der Anteil des Call-by-Call beträgt in diesem Jahr noch 32 Prozent des Gesprächsaufkommens bei den neuen Festnetzanbietern.

Etwas verlangsamt hat sich in diesem Jahr der Zuwachs an Arbeitsplätzen. Durchschnittlich wächst die Zahl der Beschäftigten bei den neuen Telefongesellschaften mit 1,6 Prozent monatlich. Im Dezember werden dies dann 51 000 Beschäftigte sein. Damit ist es den neuen Anbietern in den ersten beiden Jahren des Wettbewerbs nicht ganz gelungen, die Arbeitsplatzverluste bei der Telekom seit 1994 zu kompensieren. Bis zum Jahr 2000 baut das Unternehmen 60 000 Stellen ab - auf dann noch 170 000.

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