Ortstermin im Techcafé : Innovation kommt von den Jungen

Erst London, jetzt Berlin: Das Wall Street Journal Deutschland macht mit der "TechCafé" Halt in Berlin-Mitte, dem Zentrum der jungen Digital Business-Szene der Hauptstadt.

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Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer diskutierte im KaffeeMitte über die Berliner Start-Up Szene.
Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer diskutierte im KaffeeMitte über die Berliner Start-Up Szene.Foto: Wall Street Journal Deutschland

Das „KaffeeMitte“ lässt seinen Gästen kaum Luft zum Atmen – so überfüllt ist das kleine Lokal an der Weinmeisterstraße. Anders als es der sonstigen Klientel entspricht, dominieren am Mittwochabend Anzüge im Publikum. „Im Herzen der Gründerszene“, begrüßen die Veranstalter die Gäste bei der ersten Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

„Man braucht ein Negativbeispiel, damit nicht alle denken, ein Start-up in Berlin zu gründen, sei einfach“, lautet gleich die erste gewagte These, mit der das „Wall Street Journal TechCafé“ in Berlin beginnt, zu dem unter anderen Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft und Technologie, Lars Hinrichs, der Gründer von Xing, und Stephan Jaquemot, der Leiter der Gründerinitiative von Microsoft, als Diskutanten geladen sind. „Berlin hat Sexappeal“, verkündet Lars Hinrichs gleich zu Beginn und erntet damit den Applaus des Publikums. „Berlin ist das Viagra für Unternehmen. Hamburg hat berechtigterweise seinen Status als Gründerhauptstadt verloren“, fährt Hinrichs fort.

Doch auch kritischere Töne werden von den geladenen Gästen angeschlagen: „Es ist zu wenig Kapital vorhanden und es gibt zu wenig Unterstützung von der öffentlichen Hand“, gibt beispielsweise Yzer zu Protokoll. Unternehmer, die erfolgreich sein wollen, stützten sich besser nicht auf die Politik, rät die Wirtschaftssenatorin. Lediglich flankierend sollte die Politik ihrer Meinung nach eingreifen. Wie genau dies in der Praxis ausgestaltet werden soll, überlässt Yzer der Interpretation der Gäste. Das bürokratische Hürden abgebaut werden müssen, gibt sie dennoch pflichtbewusst zu Protokoll. „Wir müssen viel mehr Engagement zeigen“, so Jaquemot von Microsoft. „Innovation kommt nun einmal von jungen Unternehmen.“

Ganz ohne den Blick auf das im Kontext der Unternehmensgründung immer gern genannte Silicon Valley kommt aber auch diese Diskussionsrunde nicht aus. In den USA gäbe es generell eher das „Bestreben die Dinge einfacher zu machen“, erzählt Hinrichs von seinen Erfahrungen. Es fehlten in Deutschland positive Rollenvorbilder, der Neidfaktor in Deutschland sei viel höher als in anderen Ländern, so der Konsens der Diskutierenden. Wirkliche Lösungen zu diesen grundsätzlichen und bereits lange bekannten Problemen der deutschen Start-Up Szene werden auch auf diesem Panel nicht geliefert.

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