Wirtschaft : Ost-Firmen optimistisch wie noch nie

BERLIN/WIESBADEN (dpa/hej).Die Ost-Industrie ist nach einer IWH-Umfrage hinsichtlich ihrer künftigen Entwicklung so optimistisch wie noch nie.Die Optimisten hätten im Mai eine bislang noch nicht erreichte Dominanz erlangt, resümiert das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) die Ergebnisse seiner jüngsten Umfrage bei 300 Firmen.Drei Viertel der Unternehmen sähen ihre Zukunft in einem günstigen Licht.Gute Nachrichten auch aus Wiesbaden: Das Statistische Bundesamt meldete, daß erstmals seit 1991 die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau Ostdeutschlands wieder gestiegen ist.

Das kräftige Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland hat die ostdeutschen Hersteller von Investitionsgütern mitgezogen, schreibt das IWH.Zwar sei im Mai der Export nach wie vor die maßgebliche Triebkraft gewesen, die Inlandsnachfrage habe jedoch deutlich an Gewicht gewonnen.Besonders gut liefen die Geschäfte bei Herstellern von elektrischen und elektronischen Erzeugnissen sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau.In der chemischen Industrie gaben neun von zehn Unternehmen eine positive Einschätzung zur Geschäftslage.Der Stimmungsaufschwung zeige sich nun auch bei den größeren Unternehmen.Dieser Aufwärtstrend werde durch steigende Auftragseingänge gestützt, jetzt zunehmend auch aus dem Inland.Dagegen sehen sich die Hersteller von Ge- und Verbrauchsgütern nach wie vor mit einer anhaltenden Nachfrageschwäche konfrontiert.Ausgenommen davon seien einzig die Produzenten von Nahrungsgütern und Fahrzeugen.

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete, hat sich im April die Zahl der in Industrie und Bergbau beschäftigten Arbeitnehmer in Ost und West unterschiedlich entwickelt.Im Westen Deutschlands ging die Stellenzahl weiter zurück.Ende April waren nach Angaben der Statistiker bundesweit knapp 6,4 Millionen Menschen im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau tätig.Das waren 30 400 oder 0,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.Auch der Umsatz sank - und zwar um 2,3 Prozent auf 187,7 Mrd.DM.Dagegen legte in den neuen Ländern und im Ostteil Berlins die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau um 3700 oder 0,7 Prozent auf knapp 581 000 zu.Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 12,7 Mrd.DM.

Nach Einschätzung der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) hat die Produktivität in einigen Branchen Ostdeutschlands inzwischen das Niveau der alten Länder erreicht.Baugewerbe und Handel liegen gleichauf mit Westdeutschland, auch das verarbeitende Gewerbe habe sich überdurchschnittlich entwickelt, heißt es in einer neuen Analyse.Hinter dem Durchschnitt zurück blieben dagegen die Bereiche Verkehr, Nachrichtenübermittlung und Dienstleistungen.

Licht und Schatten liegen auch regional eng beieinander, schreiben die Ökonomen der Nord/LB.Während die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns im Verlauf dieses Jahres überdurchschnittlich angezogen habe, dämpfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen trotz hoher Modernisierungsfortschritte das Wachstum in Sachsen-Anhalt.Zwar würde sich die anziehende Exportnachfrage positiv auf die in Sachsen-Anhalt konzentriert angesiedelte chemische Industrie auswirken, gleichzeitig aber stagniere die Binnennachfrage, und die Aufträge im Bauwesen seien rückläufig.

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