Wirtschaft : Ost-Sparkassen spüren Rezession

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Den ostdeutschen Sparkassen bot das zurückliegende Jahr wenig Grund zum Feiern, doch für die Herausforderungend der Zukunft sehen sich die Institute gut gewappnet. Zu schaffen macht den Sparkassen vor alle die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Bundesländern, sagte der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes (OSGV), Rainer Voigt, am Dienstag vor der Presse in Berlin.

Angesichts des schwachen wirtschaftlichen Umfeldes wuchsen die Kredite an Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige im Jahr 2001 nur um rund zwei Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Bei den Kreditvergaben an Private konnte ein Zuwachs von 3,1 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro erreicht werden. Die Kundeneinlagen kletterten um 52 Prozent auf knapp 75 Milliarden Euro.

Beim Zinsüberschuss mussten die Mitgliedsinstitute in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen einen Rückgang auf 2,48 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme hinnehmen. Bei einem konstanten Aufwand von 2,08 Prozent betrug das Betriebsergebnis vor Bewertung 0,97 Prozent (Vorjahr 1,08) der durchschnittlichen Bilanzssumme, sagte Voigt. Die Mitgliedssparkassen lägen damit zwar noch über dem Wert der Schwester-Institute in den alten Bundesländern (0,8 Prozent), doch lasse sich nicht übersehen, dass die ostdeutschen Sparkassen weiterhin ein doppelt so hohes Kreditrisiko tragen müssten. Nach Bewertung sei das Betriebsergebnis in Ost und West in etwa gleich.

An der hohen Risikovorsorge, die im laufenden Jahr nach den Worten von Voigt auch kaum sinken wird, liegt es auch, dass das Kreditgeschäft mit gewerblichen Kunden derzeit nicht kostendeckend sei. Man versuche durch Rationalisierungen und Vereinheitlichung der Leistungen innerhalb des Verbundes, die Kosten zu senken. Keinesfalls sei aber an einen Rückzug aus der Fläche oder an ein rückläufiges Engagement gedacht.

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