Wirtschaft : Ostdeutsche Firmen nehmen mehr Kredite auf Sparkassen: Unternehmen sind gut aufgestellt

Berlin - Die Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen haben im ersten Halbjahr 18 Prozent mehr Kredite an Geschäftskunden vergeben als im Vorjahreszeitraum. „Die steigende Kreditnachfrage zeigt, dass der Aufschwung im Osten angekommen ist“, sagte der geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Claus Friedrich Holtmann, am Mittwoch in Berlin.

Insgesamt verliehen die Sparkassen in den ersten sechs Monaten 1,16 Milliarden Euro an Geschäftskunden, das waren hauptsächlich Handwerker, Händler und Unternehmen mit weniger als 15 Beschäftigten. In Brandenburg ist die Steigerung der neuen Kredite mit 7,3 Prozent deutlich geringer als der Schnitt der restlichen Bundesländer. Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit einem Zuwachs von 45 Prozent.

Angesichts steigender Preise und des auf den Export drückenden hohen Euro könnte der Aufschwung allerdings schon bald wieder vorüber sein, fürchten die Banker. „Aus unseren Kundengesprächen haben wir allerdings das Gefühl, dass die ostdeutschen Unternehmen für einen möglichen Abschwung besser gewappnet sind als in früheren Perioden“, sagte Holtmann. Den Kunden gehe es derzeit auch so gut, dass viele ihre Schulden momentan zurückzahlen. Das gesamte Kreditvolumen sank deswegen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,8 Prozent. Als positives Zeichen deutet Holtmann auch, dass die Konkurrenz durch andere Kreditinstitute in Ostdeutschland zunehme.

Die derzeitige Finanzkrise belastet laut Holtmann die Sparkassen nicht. „Wir haben die Krise am besten überstanden, weil wir keine großen Risiken aus internationalen Geschäften haben“, sagte Holtmann. Die Sparkassen seien noch ausreichend liquide. „Unser Problem ist nicht, Geld für Kredite zu finden, sondern mögliche Kreditnehmer.“ fsp

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