Wirtschaft : Ostdeutsche Gasversorger müssen Preise senken

Kartellamt setzt sich durch / Bewag mit neuen Industrie-Preisen

BERLIN/POTSDAM (mot).Das Bundeskartellamt hat in seinem Vorgehen gegen überhöhte Gaspreise regionaler Versorger einen Etappensieg errungen.Drei Versorger in Ostdeutschland senken ihre Gaspreise für Haushalte und Unternehmen zum 1.Oktober, teilte das Kartellamt am Dienstag in Berlin mit.Zudem seien zwei westdeutsche Gasversorger abgemahnt worden.Dies sei aber erst der Anfang, sagte Kartellamtssprecherin Elke Zeise.Zwischen dem günstigsten und teuersten Gasversorger gebe es Preisdifferenzen bis zu 40 Prozent.Der Preismißbrauch durch Monopolanbieter müsse verhindert werden. Zum 1.Oktober werden laut Kartellamt die Ostmecklenburgische Gasversorgung Neubrandenburg GmbH, die HGW Hansegas GmbH (Schwerin) sowie die Hastra AG (Hannover) ihre Preise für Haushalte und kleine Gewerbetreibende (Tarif- und Heizgassonderkunden) senken.Die Preise würden damit nicht mehr so deutlich über dem Niveau des günstigsten Anbieters, dem benachbarten Regionalversorger EWE AG (Oldenburg) liegen.Bisher habe es Abweichungen von mehr als 30 Prozent gegeben.Von den Preissenkungen profitiere etwa ein Drittel aller Abnehmer. Nach Prüfung durch das Landeskartellamt Brandenburg hat sich auch die Urbana Fernwärme GmbH in Schwarzheide zu einer Änderung ihrer Preisstruktur bereit erklärt.Wie das Potsdamer Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte, hatte nach Ansicht der Behörde die Urbana bei mehreren Wohnungsbaugesellschaften den Grundpreis pro Quadratmeter zu hoch angesetzt. Trotz der Zusagen würden die Verfahren gegen die Unternehmen mit dem Ziel weiterer Preissenkungen fortgesetzt, stellte das Bundeskartellamt klar.Darüber hinaus würden gegen weitere Gasversorger in den alten und neuen Ländern Prüfverfahren eingeleitet.Der Hamburger Gaswerke GmbH und der Hastra seien bereits Abmahnungen wegen zu hoher Preise zugestellt worden.Die Unternehmen können sich vor einer möglichen Untersagung durch das Kartellamt zunächst äußern. Unterdessen teilte das Berliner Energieunternehmen Bewag mit, zum 1.Oktober werde ein neues Vertrags- und Preissystem für seine Industrie- und Gewerbeabnehmer eingeführt.Dadurch kommt es "bei der überwiegenden Zahl dieser Kunden zu deutlichen Stromkostensenkungen", erklärte die Bewag.Nachdem das Unternehmen im bundesweiten Strompreisvergleich des Verbandes der Energieabnehmer (VEA) bislang die höchsten Preise hatte, werden sie künftig "in der preisgünstigen oberen Hälfte der Industriestrompreise in Deutschland" liegen.Das neue Vertragssystem bringt der Berliner Wirtschaft laut Bewag rund 100 Mill.DM Entlastung pro Jahr.Bewag-Vorstandschef Dietmar Winje erklärte, damit werden die Rahmenbedingungen für die Industrieunternehmen in der Stadt und für potentielle Investoren attraktiver.Im Unterschied zu den Gewerbetarifen ändert sich bei den Preisen für Haushaltskunden nichts.Hier will die Bewag die Preise weiter stabil halten.Die stark gestiegene Konzessionsabgabe des Landes Berlin werde man auch künftig nicht an die Kunden weitergeben.

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