Wirtschaft : Ostdeutsche kaufen mehr ausländische Autos Importeure befürchten stagnierenden Absatz

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Frankfurt am Main - Trotz der besseren Konjunkturaussichten und trotz vorgezogener Käufe wegen der 2007 kommenden Mehrwertsteuererhöhung gehen die Auto-Importeure von einem mittelmäßigen Jahr aus. Der Branchenverband VDIK erwartet in Deutschland nur ein Zulassungsplus von 0,6 Prozent auf 3,37 Millionen neue Pkw. VDIK-Präsident Volker Lange begründet die Skepsis mit einem schleppenden Mietwagengeschäft und bislang viel zu hohen Annahmen über vorgezogene Käufe aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Markt um die verschiedentlich geäußerten 50 000 bis 80 000 Einheiten aus dem Vorzieheffekt wachsen wird“, sagte Lange am Dienstag in Frankfurt. Allerdings hatte der VDIK schon vor Jahresfrist mit seiner Prognose daneben gelegen, als für 2005 rund 3,27 Millionen Neuzulassungen prognostiziert hatte, tatsächlich waren es 3,34 Millionen.

Mit dem Geschäftsjahr 2005 ist Lange denn auch zufrieden. Toyota, Peugeot, Fiat, Hyundai und Co. konnten in Deutschland rund 1,18 Millionen Autos neu auf die Straße bringen und damit drei Prozent oder 36 000 Autos mehr als 2004. Dies war für die Importeure das beste Jahr seit 1999. Ihr Marktanteil lag bei 35,2 Prozent. Im Westen waren es 33,1 Prozent, im Osten sogar 50,3 Prozent. Führend dabei sind nach wie vor die japanischen und französischen Hersteller, die 11,5 und 10,7 Prozent aller Importautos verkaufen konnten. Weiter eingebüßt haben dagegen die italienischen und spanischen Autoimporteure und damit vor allem Fiat. Sie kommen nur noch auf Anteile von 2,2 und 1,7 Prozent. Zurückgegangen ist auch der Verkauf von Dieselfahrzeugen. Lange sieht die Ursache dafür vor allem in der Debatte um Feinstaub.

Vom 1. April an wollen die Auto-Importeure mit der Aktion „Pro Saubere Luft“ Kaufanreize für den Erwerb neuer Fahrzeuge geben. Dabei sollen unabhängig von der Marke Pkw mit den Abgasstufen Euro 1 und Euro 2 aus dem Verkehr gezogen werden. 15 Importeure haben ihre Teilnahme an der Aktion bereits zugesagt. Die Hersteller nehmen von Käufern alte Autos aller Marken zurück und übernehmen die rund 500 Euro teure Entsorgung. Unterdessen hieß es bei General Motors Europe, der Verlust 2005 werde mit rund 300 Millionen Euro wohl knapp 200 Millionen Dollar niedriger sein als prognostiziert. Eine weitere Sparrunde erwartet GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster nach den harten Einschnitten und einem deutlichen Personalabbau vor allem beim deutschen Opel AG 2006 nicht. „Wir werden nicht die Schlagzeilen beherrschen“, sagte er. Im ersten Quartal steht der Zuschlag für die Fertigung der nächsten Kompaktvan-Generation des Meriva an. Als Alternative zum bisherigen Standort Saragossa gilt das polnische Gliwice. ro

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