Wirtschaft : Ostdeutsche Landesbausparkasse: Keine Einbeziehung von Wohneigentum in die Altersvorsorge

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Die ostdeutsche Landesbausparkasse (LBS Ost) lehnt die Einbeziehung von selbst genutztem Wohneigentum in die Förderung der privaten Altersvorsorge ab. "Eine vernünftige Lösung ist nach den Kriterien von Bundesarbeitsminister Walter Riester nicht möglich", sagte der Vorstandsvorsitzende Carl Gottfried Rischke am Dienstag in Berlin. Bei den ostdeutschen Haushalten, die einkommensbedingt ohnehin über eine geringere Sparfähigkeit verfügten, werde so eine "Entweder-Oder"-Entscheidung zwischen Immobilie und den gesetzlich besser gestellten Anlageformen der Altersvorsorge erzwungen. "Modelle zur Verrentung entsprechen nicht dem Wunsch nach mietfreiem Wohnen im Alter und vererbbarem Vermögen", so Rischke.

Rentner geben ein Drittel für Miete aus

Deshalb forderte er eine verbesserte Förderung des Bausparens. Prämien- und Zulagensatz für Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage sollten verdoppelt werden, ebenso der Höchstbetrag bei der Wohnungsbauprämie. Zudem müssten die Einkommensgrenzen für Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage abgeschafft werden. "Durch das Wohnen im schuldenfreien Eigenheim kann die Versorgungslücke zwischen heutigem Nettoeinkommen und der gesetzlichen Rente weitgehend geschlossen werden", sagte Rischke. Laut einer Infratest-Untersuchung müssen Rentner, die zur Miete wohnen, bis zu 30 Prozent ihres Einkommens für ihre Wohnausgaben aufwenden.

In den neuen Bundesländern haben seit der Wende eine halbe Millionen Haushalte Wohneigentum geschaffen. Damit ist in Ostdeutschland die Quote der Haushalte mit selbst genutzten Immobilien auf 31 Prozent gestiegen, im Westen liegt sie bei 42 Prozent. Die LBS konnte im vergangenen Jahr ihre Marktführerschaft in Ostdeutschland ausbauen. Mit einem vermittelten Bruttoneugeschäft von 144 662 Bausparverträgen ist es ihr gelungen, gegen den Trend im Bausparmarkt ihr Rekordergebnis von 1999 zu wiederholen. Bei der Bausparsumme hat sie mit 4,61 Milliarden Mark das Vorjahresergebnis von 4,77 Milliarden Mark nur knapp verfehlt. Das eingelöste Neugeschäft umfasste über 136 000 Verträge mit einer Bausparsumme von 4,3 Milliarden Mark. Der Vertragsbestand der LBS verzeichnete Nettozuwächse von 6,7 Prozent, die Bausparsumme stieg um 8,1 Prozent.

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