Ostdeutsche Sparkasse : Institute zahlen für Landesbank

Der Umbau der Landesbank Berlin sei schwierig und teuer, sagt Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands. Auf die Regionalhäuser kommen deshalb neue Abschreibungen zu.

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Die Sparkassen im Osten spüren die niedrigen Zinsen.
Die Sparkassen im Osten spüren die niedrigen Zinsen.Foto: dpa

Berlin - Die Landesbank Berlin (LBB) wird für die ostdeutschen Sparkassen immer noch teurer. Es werde wahrscheinlich eine weitere Abschreibung auf den Wert des Instituts geben, sagte Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), am Donnerstag in Berlin. Wie hoch die Belastung werde, könne man erst sagen, wenn die Landesbank im kommende Monat eine neue Mittelfristplanung vorlegt hat.

Vor sechs Jahren haben die deutschen Sparkassen die Landesbank dem Land Berlin für 5,6 Milliarden Euro abgekauft – und seitdem den Wert des Instituts in ihren Büchern immer weiter nach unten korrigiert. Allein die 46 ostdeutschen Sparkassen haben den Wert der LBB in ihren Büchern mittlerweile auf rund ein Drittel abgeschrieben. Weil die Landesbank zu einer reinen Stadtsparkasse umgebaut wird und sich von Bereichen wie dem Fondsgeschäft trennt, bekommen die Sparkassen immer wieder eine neue Rechnung.

Ermrich, der erst Ende Mai das Amt als Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands übernommen hat, bestätigte am Donnerstag, der Umbau der Landesbank sei schwieriger als noch vor einem Jahr gedacht und sehr teuer. Gleichzeitig betonte er aber, der Verband stehe hinter der Landesbank: „Wir unterstützen den Umbau.“ Der OSV habe „ein großes Interesse daran, eine starke Berliner Sparkasse zu bekommen“.

Neben der Landesbank belastet auch die Niedrigzinsphase die ostdeutschen Institute. „Niedrige Zinsen freuen Kreditnehmer“, sagte Ermrich. „Auf Dauer gefährden sie aber das Vermögen der Sparer und als Konsequenz die Bereitschaft, zu sparen.“

Auch für die Institute werde es schwierig. Bleiben die Zinsen auf dem aktuellen Niveau oder fallen gar weiter, würden die Ost-Sparkassen bei unverändertem Geschäftsmodell bis 2016 zwischen 20 bis 30 Prozent ihres Ergebnisses einbüßen, rechnet der OSV vor. Allerdings versprach Ermrich: Negative Zinsen – das heißt, dass Sparer auch noch draufzahlen müssen, um ihr Geld anzulegen, wie in Japan geschehen – werde es bei den Sparkassen nicht geben. Carla Neuhaus

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