Wirtschaft : Ostdeutsche Sparkassen: Verband betont öffentlichen Auftrag

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Die ostdeutschen Sparkassen sind nach eigener Einschätzung in ihrer öffentlich-rechtlichen Struktur unverzichtbar für die wirtschaftliche Entwicklung der neuen Bundesländer. "Ich weiß nicht, ob jeder, der in Brüssel Wettbewerb einklagt, bereit ist, flächendeckende Filialnetze in Vorpommern, der Uckermark oder anderen Regionen zu unterhalten", sagte Rainer Voigt, Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes (OSGV) am Mittwoch in Berlin. Nach Auffassung der EU-Kommission verstoßen staatliche Garantien für deutsche Landesbanken und Sparkassen gegen das Wettbewerbsrecht. Man werde in Europa darauf achten müssen, dass es in den Regionen nicht zu "wirtschaftlichen Verwüstungen" komme, fügte Voigt hinzu. Anstaltslast und Gewährträgerhaftung, auf die sich die finanzielle Verantwortung der öffentlichen Hand für die Sparkassen stützt, stellen aus Sicht des OSGV keinen Wettbewerbsvorteil dar. "Aus geschäftlichen Gründen sind wir darauf nicht angewiesen", sagte Voigt. Unverzichtbar bleibe die kommunale Bindung.

Die geschäftliche Entwicklung der Sparkassen wertete Voigt als "spürbaren Beitrag zum Aufbau Ost". So stieg die Bilanzsumme aller 72 Sparkassen im OSGV um 2,5 Prozent auf 95,1 Milliarden Euro. Der Kreditbestand nahm um 4,4 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro zu. Das Betriebsergebnis von 1,1 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme sei "zufriedenstellend". Nach Wertberichtigung lag das Ergebnis "zwischen 0,3 und 0,4 Prozent". Der Zinsüberschuss sank von 2,7 auf 2,6 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme, der Provisionsüberschuss stieg um 6,4 Prozent auf 0,55 Milliarden Euro.

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