Wirtschaft : Ostfirmen müssen mehr investieren

FRANKFURT (MAIN) (oe).Die Unternehmen in Ostdeutschland haben seit der Vereinigung 1991 zwar große Fortschritte gemacht, doch ist der Aufholprozeß 1996 wieder ins Stocken geraten.Die Deutsche Bundesbank kommt in einer Untersuchung zur ostdeutschen Wirtschaft im Jahr 1996 zu dem Schluß, daß sich die Ertragslage in dem Jahr kaum verbessert hat.Dies hänge zu einem Gutteil mit der damals erst langsam abklingenden Konjunkturflaute in ganz Deutschland und dem strukturellen Anpassungsprozeß der Bauwirtschaft in den neuen Ländern zusammen, schreiben die Frankfurter Volkswirte in ihrem Monatsbericht.Deutlich wird nach der Analyse von über 3400 Jahresabschlüssen, daß die kleineren Unternehmen im Aufholprozeß schneller vorangekommen sind als Großunternehmen.Trotz der schwachen Konjunkturlage hätten nämlich die meisten kleinen und mittleren Firmen in den neuen Ländern 1996 die Gewinnschwelle erreicht oder überschritten.Bei den großen Betrieben dagegen habe sich die Ertragslage sogar wieder verschlechtert.Ein Drittel der untersuchten Betriebe schrieben 1996 noch rote Zahlen.Positiv sei, daß der Personalaufwand insgesamt geringer gestiegen sei als die Gesamtkosten.Dies sei ein Zeichen dafür, daß die Produktivität weiter gestiegen sei.Leicht beunruhigend ist für die Währungshüter auch die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen.Die Hälfte der Firmen verfüge über keine ausreichende Eigenkapitalbasis, stellt die Bundesbank fest.Insgesamt jedoch habe sich auch hier die Lage seit 1991 spürbar verbessert.Die Unternehmen, die jetzt noch finanzschwach sind, müßten eine marktgerechte Produktpalette, moderne Anlagen und eine effiziente Betriebsorganisation aufbauen, um ihre Ertrags- und Finanzkraft langfristig zu stärken.Da dies erhebliche Mittel erfordere, müßten sie auf der Kostenseite entlastet werden, so die Notenbank.

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