Wirtschaft : Ostsee statt Karibik

Klimawandel könnte Urlaub der Europäer ändern

Davos - Der Klimawandel wird nach Einschätzung von Experten der Uno zu drastischen Änderungen bei den Reisegewohnheiten der Europäer führen. Ein Bericht verschiedener UN-Büros, der am Dienstag einer Fachkonferenz in Davos vorgelegt wurde, erwartet einen deutlichen Rückgang der Reisen von Nordeuropäern an bislang beliebte Urlaubsziele wie das Mittelmeer und die Karibik. Urlauber aus gemäßigten Wetterzonen, die heute den Welttourismus beherrschen, könnten „neue klimatische Möglichkeiten nah der Heimat nutzen“, wenn die Erderwärmung andauere.

Obwohl das Gesamtvolumen des Tourismus nicht zurückgehen dürfte, könnten neue Reisetrends auf Kosten der warmen und tropischen Reiseziele gehen, heißt es in dem Bericht, dessen ausführliche Version die Uno im November in London vorstellen will. Zahlen wurden in dem Vorab-Papier noch nicht genannt.

Der Experte Andreas Fischlin äußerte die Erwartung, dass Reiseziele am Mittelmeer im Sommer Kunden verlieren dürften, dafür aber wegen der geänderten Wetterlage mehr Herbst- und Wintergeschäft erwarten könnten. „Für kleine Karibikinseln sind die Folgen des Klimawandels auf den Tourismus weitgehend negativ“, sagte Fischlin. Auch Mexikos Küstenorte dürften in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie zusehends schweren Stürmen und Änderungen des Meeresspiegels ausgesetzt seien.

Die Experten waren sich einig, dass Reisende der Zukunft die Folgen des Klimawandels bei der Wahl des Urlaubsortes berücksichtigen. So könnte etwa der Wassermangel in warmen Urlaubsgebieten abschreckend wirken. Die Welttourismusorganisation der Uno verweist auf Umfragen, wonach das Bewusstsein der Touristen für Treibhausgas-Emissionen und mögliche CO2-Abgaben wachse. AFP

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