OST UND WEST : Das Erbe der LPG

In kaum einem Wirtschaftsbereich sind die Strukturen zwischen Ost- und Westdeutschland noch so unterschiedlich wie in der Landwirtschaft. Das zeigen Zahlen des Bauernverbandes: Im Durchschnitt bewirtschaften die Voll- und Nebenerwerbsbetriebe in den alten Bundesländern derzeit 35,4 Hektar, in Ostdeutschland sind es dagegen 197 Hektar. Im Westen ging im Zeitraum von 1991 bis 2007 die Zahl der Betriebe von 526 000 auf 320 800 zurück, in den neuen Ländern stieg sie von 15 000 auf 28 200. Dass Ost-Betriebe so groß sind, ist auch Folge der Umwandlung Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) in Aktiengesellschaften, GmbHs oder neue genossenschaftliche Modelle. Im vergangenen Jahr gab es die größten Agrarbetriebe in Sachsen Anhalt mit durchschnittlich 258,6 Hektar und Mecklenburg-Vorpommern, im Schnitt 258,2, in Brandenburg 209,8 Hektar pro Betrieb. In den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind es dagegen durchschnittlich nur 59,2 oder 54,6 Hektar. Bayern mit einer Vielzahl von Bauernhöfen kommt dagegen im Schnitt nur auf 27,3 Hektar pro Betrieb. Überdurchschnittlich hoch ist in den neuen Ländern der Anteil des gepachteten Landes, der in Thüringen und Sachsen bei weit über 80 Prozent liegt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben