Wirtschaft : Otis baut um und streicht 2000 Stellen

Berliner Tochter von weltweiter Umstrukturierung kaum betroffen / Zuständig für Mitteleuropa BERLIN (alf).Die weltweite Umstrukturierung des Aufzug- und Fahrtreppenherstellers Otis Elevator Company wird voraussichtlich nur geringe Auswirkungen auf die Otis GmbH, Berlin, haben.Das erklärte der Berliner Marketingleiter des Unternehmens, Rainer Janz, am Dienstag auf Anfrage."Nach jetzigem Planungsstand ist Deutschland nicht betroffen", sagte Janz.Die amerikanische Mutter hatte am Montag in Farmington laut dpa angekündigt, daß weltweit 2000 der insgesamt 67 000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.Die Zahl der Ingenieurzentren werde von 19 auf sechs reduziert, einige Produktionsstätten sollen geschlossen oder verkleinert werden.Die bisherige Europa-Zentrale in Paris ist bereits aufgelöst worden.Künftig soll das Otis-Geschäft in Europa in eine nord-, süd- und mitteleuropäische Region aufgeteilt werden.Für Mittel- und Osteuropa soll dabei die deutsche Tochter von Berlin aus zuständig sein.Mit zusätzlichen Kompetenzen und womöglich Arbeitsplätzen an der Spree ist dennoch nicht zu rechnen.Eventuell komme "der ein oder andere Arbeitsplatz im administrativen Bereich hinzu", meint Janz.Das operative Geschäft werde jedoch weiterhin regional, gleichsam vor Ort gesteuert.In Berlin würden voraussichtlich "zusätzliche koordinierende Funktionen für den mittel- und osteuropäischen Bereich übernommen", erklärte Janz.Das Berliner Ingenieurzentrum werde "nach dem jetzigen Planungsstadium bleiben". Die Otis Company, eine 100prozentige Tochter der United Technologies Corp., setzte zuletzt rund 5,5 Mrd.Dollar um und erzielte dabei einen Überschuß in Höhe von 465 Mill.Dollar.Die deutsche Otis GmbH kam im vergangenen Geschäftsjahr (30.November) auf einen Umsatz von gut einer Mrd.DM, der Gewinn vor Steuern lag Schätzungen zufolge bei rund 80 Mill.DM.Genaue Zahlen wird das Unternehmen im Mai vorlegen.Nach Angaben von Janz hat die Otis GmbH derzeit rund 4200 Mitarbeiter in der Bundesrepublik, der Großteil davon in Stadthagen und knapp 1600 in Berlin.Hier war es vor zwei Jahren zu einer Werkschließung gekommen, da die Produktion von Spezialaufzügen von Pankow aus Kostengründen ins sauerländische Hallenberg verlegt wurde.Davon waren rund 200 Mitarbeit betroffen. Sehr positiv entwickelte sich im vergangenen Jahr der Auftragseingang mit einem Plus um 13 Prozent auf 1,1 Mrd.DM.Dabei konnte Otis, mit einem Anteil von rund 20 Prozent bei Fahrtreppen und Aufzügen in Deutschland nach eigenen Angaben Marktführer, zwei dicke Fische an Land ziehen: Zum einen die Aufzüge für den neuen, 54 Stockwerke hohen Frankfurter Main-Tower im Volumen von rund 16 Mill.DM.Zum anderen die Ausrüstung des Sony-Neubaus am Potsdamer Platz; hierfür wurden 56 Aufzüge und zwölf Fahrtreppen im Wert von insgesamt 19 Mill.DM bestellt.Darunter sind 13 Panorama-Aufzüge mit einer aufwendigen Stahl-Glas-Konstruktion, die in Abstimmung mit dem Architekten Helmut Jahn entwickelt wurden.Der Sony-Auftrag ist der bislang größte, den die deutsche Otis akquirieren konnte.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben