Wirtschaft : Otto plant drastische Einsparungen

Versandhändler will Stellen streichen und Reisekosten drücken

-

Hamburg (beu/HB/dpa). Der weltgrößte Versandhändler Otto will drastisch sparen. Bei der deutschen Tochter (Otto Versand) sollen die „beeinflussbaren Kosten“ um 25 Prozent gesenkt werden. 500 der 3000 Stellen in Hamburg werden deshalb wegfallen, heißt es in unternehmensnahen Kreisen. Offiziell wurde mitgeteilt, dass das Ausmaß des Stellenabbaus noch nicht feststehe. Er werde ab 2005 über die kommenden Jahre mittels Fluktuation angestrebt, betont Unternehmenssprecher Detlef von Livonius. Mit den Einsparungen will Otto die freiwilligen sozialen Leistungen wie die Betriebsrente und das Weihnachtsgeld absichern.

Neben den direkten Personalkosten sollen auch die Reise und Geschäftsausgaben überprüft werden. Von Livonius will unter anderem verstärkt auf Videokonferenzen setzen. Die waren schon im vergangenen Jahr genutzt worden, als die Lungenseuche Sars in Südostasien Reisen unmöglich machte.

Auch Otto ist wie die meisten anderen Handelskonzerne von der Konsumflaute in Deutschland stark getroffen worden. Während der Umsatz der gesamten Gruppe im Geschäftsjahr 2002/03 leicht um 0,8 Prozent auf 19,19 Milliarden Euro schrumpfte, ging der Umsatz der Einzelgesellschaft Otto Versand im gleichen Zeitraum um 2,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Im noch laufenden Geschäftsjahr rechnete der Vorstandsvorsitzende Michael Otto mit einem weiteren Umsatzrückgang von zwei Prozent im ersten und einer Belebung im zweiten Halbjahr.

Das geplante Sparprogramm bezieht sich ausschließlich auf die Verwaltungsebene. Es werde in diesen Tagen „auf die Schiene gesetzt“, hieß es. Hierzu will der Konzern auch eine Unternehmensberatung zu Hilfe nehmen, die aber noch nicht benannt wurde. Sie soll allerdings der internen Unternehmensberatung nur zuarbeiten. Betriebsbedingte Kündigungen sollen laut von Livonius vermieden werden. Auch gebe es keinen Einstellungsstopp. Gesucht würden weiterhin 60 neue Mitarbeiter für die Bereiche IT, E-Commerce und Finanzen. Auf der anderen Seite übernimmt Otto nur zwei Drittel der Auszubildenden. Eine Übernahmegarantie für die jährlich 110 Auszubildenden gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr“, sagt von Livonius.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben