Wirtschaft : Oxfam kritisiert die Allianz Studie: Konzern spekuliert mit Nahrungsmitteln

Berlin/München - Die Hilfsorganisation Oxfam hat den weltgrößten Versicherer Allianz massiv für die Spekulation mit Nahrungsmitteln kritisiert. Die Allianz spekuliere wie kein anderer deutscher Finanzkonzern mit Agrarrohstoffen, erklärte Oxfam. Eine Studie der Organisation zeige, dass deutsche Finanzkonzerne ein Sechstel des weltweit geschätzten Anlagevolumens in Nahrungsrohstoffen von insgesamt 68,8 Milliarden Euro hielten. Die Allianz nehme dabei den Spitzenplatz ein. „Geschätzte 6,242 Milliarden Euro legte die Allianz im Jahr 2011 in fünf Fonds direkt oder indirekt in Agrarrohstoffen an“, erklärte Oxfam.

Aktivisten hielten am Mittwoch vor der Münchner Olympiahalle, wo die Hauptversammlung des Konzerns stattfand, ein Plakat mit der Aufschrift „Mit Essen spielt man nicht“ hoch und verteilten Handzettel an die Aktionäre. Die Allianz müsse dem Beispiel anderer europäischer Banken folgen und aus der Nahrungsmittelspekulation aussteigen, forderte Oxfam. Allianz-Chef Diekmann sprach von einem Thema, dass die Konzernführung „sehr ernst“ nehme. Er bot den Oxfam-Vertretern ein Gespräch an. Der scheidende Finanzvorstand Paul Achleitner sagte, die Allianz sei direkt an keinem Fonds beteiligt, der mit Nahrungsmitteln handele. Achleitner soll auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank zum neuen Aufsichtsratschef des Instituts gewählt werden.

Ins neue Jahr startete die Allianz mit einem Gewinnsprung. Das Unternehmen erhöhte seinen Überschuss in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 60 Prozent auf mehr als 1,4 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Michael Diekmann auf der Hauptversammlung sagte. Der Umsatz stieg leicht von 29,9 auf mehr als 30 Milliarden Euro. „Wir sind damit auf Kurs, unser Ziel für 2012 zu erreichen“, sagte Diekmann. Für das Gesamtjahr erwartet die Allianz ein operatives Ergebnis zwischen 7,7 und 8,7 Milliarden Euro. AFP/dapd

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