Wirtschaft : P.O.S. Radio in Kiel - Nachrichten für die Fleischtheke

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Über die Hälfte aller Kaufentscheidungen nicht nur n Deutschland sondern überall auf der Welt werden erst vor dem Warenregal oder an der Ladentheke getroffen, das haben Studien renommierter Marktforschungsinstitute ergeben. Also lautet in Supermärkten, Drogerien und Bauhäusern die Parole der Verkaufsexperten: "Mache den Kunde vor Ort auf Produkte und Angebote aufmerksam." Doch einen Werbejingle nach dem anderen durch die Lautsprecher der Warenhäuser und Boutiquen zu jagen, führt meist nicht zum gewünschten Ergebnis - der Kunde ist genervt und schaltet ab. Wer so agiert, erzielt genau das Gegenteil von dem, was er egentlch geplant hat: Die Kunden verlassen mt enem diffusen schlechten Gefühlt das Geschäft und werden wahrscheinlich so bald nicht wieder kommen. Verpackt zwischen Nachrichten, Wettervorhersagen und Musikhits jedoch, sind solche Botschaften, die die Kundschaft zum Kaufen anregen sollen, optimal platziert. Die Idee, ein passendes Rahmenprogramm für Durchsagen wie "Schweinerippen heute im Angebot" zu kreieren, hatten auch die Macher von P.O.S. Radio. Das Einkaufsradio aus Kiel beschallt bundesweit 8000 Super- und Heimwerkermärkte. Ein Programm, das stündlich 940 000 Deutsche hören.

50 Angestellte und fast 20 freie Mitarbeiter liefern täglich eine bunte Radioshow, die per Satelit in die Filialen von Rewe, Wal Mart und Co. übertragen wird. Der P.O.S. Sendetag startet um 6 Uhr 30 mit einem Motivationsprogramm für die Supermarkt-Angestellten. Denn bekanntlich geht mit Musik alles leichter - auch das Einräumen von Regalen. Für die Kundschaft gibt es neben Musik und Meldungen auch Servicebeiträge: Vormittags Kochrezepte für Hausfrauen, abends Nachrichten aus der Sportwelt für das männliche Geschlecht. Das passende Musikprogramm wird nach Vorgaben wie "30 Prozent Oldies, 10 Prozent aktuelle Hits und fünf Prozent Klassik" von Computern zusammengestellt.

Die P.O.S.-Kunden in Kaufhäusern und Einzelhandelsgeschäften zahlen monatlich für Abonnement, Hardwaremiete und hauseigene Werbespots etwa 1000 Mark Miete. Die restliche Werbezeit wird an Markenartikel-Hersteller vermietet. P.O.S. setzt mit seinem Konzept jährlich etwa 30 Millionen Mark um und die Händler verkaufen - je nach beworbenem Produkt - bis zu 20 Prozent mehr.

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