Wirtschaft : P & T Technology: Deutsche Windparks für die Ostküste der USA

Daniel Rhee-Piening

Dass man mit Umwelttechnologie Geld verdienen kann, und dies auch in den USA, zeigt dieser Tage das Beispiel der P & T Technology AG, Hamburg. Von dem am Neuen Markt notierten Unternehmen entwickelte Windparks werden bald auch an der Ostküste der USA oder in Kalifornien entstehen. P & T Technology unterzeichnete jüngst einen entsprechenden Vertrag mit der Global Winds Harvest. Dies bedeutet den Einstieg von P & T, die zu den vier bedeutendsten europäischen Windparkentwicklern gehört, in den amerikanischen Markt. Errichtet werden sollen insgesamt 100 Megawatt, so P & T-Vorstandsvorsitzender Jens Peters. Dies bedeute einen Umsatz in der Größenordnung von rund 100 Millionen Euro. Ein kräftiger Schluck aus der Pulle für P & T. Doch die Hamburger wollen bereits im laufenden Jahr ihren Umsatz auf rund 166 Millionen Euro mehr als vervierfachen. Im kommenden Jahr soll er dann sogar auf etwa auf 420 Millionen Euro steigen. Allein 250 Millionen Euro davon sollen im Ausland und etwa 35 Millionen Euro sollen mit Wasserstofftechnologie umgesetzt werden.

Dass P &T Technology stark auf das Ausland setzt, hat seinen Grund. Zwar sieht Perters auch für die kommenden fünf Jahre noch gute Beschäftigungsmöglichkeiten im Inland, doch die Zeiten ungebremsten Wachstums in Deutschland sind vorbei. Für 80 bis 85 Prozent der für Windparks nutzbaren Flächen in Deutschland sind bereits Genehmigungen erteilt, ein Großteil der Anlagen steht bereits. Derzeit konzentriert sich das Interesse der Windparktentwickler und -betreiber auf die offene See. Dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) liegen 13 Anträge für Offshore-Windparks vor, teilte die Behörde in Hamburg mit. Davon beziehen sich neun auf die Nordsee und vier auf die Ostsee. Das Amt rechnet damit, dass frühestens 2004 eines der Projekte realisiert sein könnte. Peters erklärt denn auf für P & T, seine Gesellschaft wolle sich nicht an Offshore-Entwicklungen beteiligen. Die Genehmigungkosten seien sehr hoch, er rechne aber nur mit insgesamt drei Genehmigungen.

P & T baut unter anderem deshalb ein weiteres Standbein aus - das so genannte P &T System. Mit Windenergie wird aus Salz- oder Brachwasser reines Trinkwasser aufbereitet. Parallel dazu wird Wasser destilliert und schließlich Wasserstoff erzeugt und gespeichert. Bei unzureichendem Windaufkommen wird mit diesem Wasserstoff ein Generator angetrieben. Er liefert dann die Energie für die Trinkwasseraufbereitung. Das System soll im laufenden Jahr bereits 18 Millionen Euro zum Umsatz beisteuern. Die Nachfrage komme derzeit vor allem von den griechischen Inseln, so Peters, der aber noch an ganz andere Einsatzmöglichkeiten denkt. Wenn in Kalifornien ab dem Jahr 2003 das Sero-Emissions-Gesetz in Kraft tritt, und mindestens ein Prozent der Autos mit Wasserstoff betankt werden muss, "können wir dort dezentrale Tankstellen errichten", so Peters.

Im Aktienkurs haben sich die guten Wachstumschancen allerdings bisher nicht niedergeschlagen. Der Emissionspreis am 28. November betrug 19 Euro, bis zum gestrigen Freitag sank er auf knapp 16 Euro, obwohl das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2000 ein operatives Ergebnis (Ebit) von 4,1 Millionen Mark und einen Jahresüberschuss von 2,6 Millionen Mark ausweisen konnte. Peters, der zusammen mit dem Mitgründer Wolfgang Trüschel knapp zwei Drittel der Aktien hält, hat eine schlüssige Erklärung. "Wir waren das bisher letzte Unternehmen aus dem Bereich regenerative Energien, das an den Neuen Markt gekommen ist, und haben den Kursverfall voll mitbekommen."

Doch er setzt auf das stürmische Wachstum. In diesem Jahr soll das Ebit auf 24 Millionen Mark und der Jahresüberschuss auf 14 Millionen Mark steigen, und "wenn wir eine Vervierfachung des Umsatzes geschafft haben, stimmt auch der Kurs wieder", ist Peters sich sicher.

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