Wirtschaft : Pack die Badehose nicht mehr ein Männer tragen mehr Stoff,

dafür werden Bikinis knapper

Alexander Visser

Der String-Tanga kehrt zurück. Nachdem das minimale Kleidungsstück in den letzten Jahren den Sommer meist im Kleiderschrank verbringen musste, darf es jetzt als reguläre Bademode wieder in die Sonne. Wie hat es das geschafft? Über die Dessous-Mode, vermutet Roel Welters, der die Strand-Ausrüstung des US-Herstellers O’Neill vermarktet. „Frauen tragen jetzt oft String-Tangas unter ihrer Kleidung. Da können sie sich kaum mit breitem Slip in die Sonne legen“, argumentiert der Marketing-Manager. Sonst hört die Bräune an der falschen Stelle auf.

Bei den Männern gibt es in diesem Jahr dagegen mehr Stoff: „Boardshorts werden länger und gehen wieder bis übers Knie“, sagt Welters. Die klassische, eng sitzende Badehose hat Welters zufolge komplett ausgedient. Farben? Weg von den Erdtönen, helle Farben sollen es sein. Für die Bemusterung hat sich der Surf-Ausstatter einiges einfallen lassen: Manch Blumendekor wird erst auf nasser Hose sichtbar. Andere Shorts reflektieren Licht: In den Stoff eingearbeitete Kristalle strahlen bei entsprechender Beleuchtung – Nachtsurfen macht künftig noch mehr Spaß. Eine andere Faser verändert ihre Farbe mit der Temperatur: Wer sich mit hellblauer Short in die Sonne legt, wacht womöglich in Dunkelblau auf.

Vorbild Hai

Neueste Errungenschaft der australischen Firma Speedo, die sich selbst als Weltmarktführer sieht, ist der Stoff „Fast Skin“, die Wettkampf-Schwimmer schneller machen soll. Interessanterweise ist das Material nicht möglichst glatt produziert, sondern mit winzigen Erhebungen versehen, die bewirken, dass das Wasser schneller über den Körper gleitet. Das haben sich die Australier beim Hai abgeschaut, dessen Haut als Vorbild für „Fast Skin“ diente.

Speedo forscht nicht nur für angehende Weltrekordler, sondern auch für Wassernixen, die am Beckenrand eine gute Figur machen wollen. „Body Shell“ heißt die weiße Spezialfaser, die so konstruiert ist, dass der Bikini (44,95 Euro) auch in nassem Zustand nicht transparent wird. Das Gewebe soll dreimal blickdichter als herkömmliche weiße Schwimmbekleidung sein und auch noch das Durchdringen schädlicher UV-Strahlung verhindern. Auch bei Kinderbademode setzt Speedo UV-Schutzfasern ein: „Kinder rennen ins Wasser und spielen im Sand, Sonnencreme geht da schnell ab“, sagt Marketing-Leiterin Heike Schulze. „Unsere Kinder-Bademode blockt 98 Prozent der schädlichen UV-Strahlung ab.“

Bikini mit beperltem Bändel

Das schwedische Modehaus H&M setzt weniger auf Hightech, dafür auf hochbezahlte Models: Heidi Klum sorgt seit vergangenem Freitag im Bikini auf Plakatwänden im ganzen Land für Halszerrungen und Auffahrunfälle. Blumen und graphische Muster im Retro-Stil zieren die Zweiteiler. Am Khaki-Modell setzt ein beperltes Bindeband Akzente. Andere Bikinis fallen durch Hawaii-Blumen, Streifen im Stil der Siebziger, Gürtel oder Zickzacknähte auf. H&M setzt auf Dreiecks- und Halterneck-Oberteile und natürlich Tangahöschen. Aber auch tief geschnittene Hotpants liegen im Trend. Ein Teil kostet ab 7,90 Euro.

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