Wirtschaft : Packen für die Profis

Wer sich helfen lässt, sollte die Wünsche der Umzugsfirma kennen

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Selber einpacken – und den Profis den schweißtreibenden Transport überlassen. Diese Variante dürfte sich als Standard der Umzugsorganisation etabliert haben. Zwar nicht ganz so billig wie selbst gemacht, ist auch ein Umzug mit Unterstützung schon für ein paar hundert Euro zu haben. Zumal in Berlin, wo der Wettbewerb der Anbieter besonders hart ist, sind die Preise moderat. Wer unnötige Kosten vermeiden will, sollte sich allerdings bei der Vorbereitung auf die Wünsche der Umzugsfirma einstellen. Dann klappt der Umzug reibungslos.

Das heißt vor allem: Richtig packen. Geschirr sollte mit Seiden oder Zeitungspapier geschützt werden. Lagen aus Luftpolsterfolie verhindern, dass die zerbrechliche Fracht zu Schaden kommt. Die meisten Unternehmen liefern Verpackungsmaterial gratis. Auch Bücher sollten nicht wahllos in Kisten gestapelt werden. „Voll, aber noch tragbar sollte die Bücherkiste sein“, sagt Speditionskaufmann Marcel Grelka von der Berliner Firma Friedrich-Gaede-Umzüge. Große Bücherkartons, die deutlich mehr als 20 Kilo wiegen, werden selbst den muskulösen Trägern schnell zu viel. „Wir empfehlen Bananenkisten“, sagt Grelka. „Die sind stabil und stapelbar und werden nicht zu schwer.“

Gaede liefert Umzugskisten in beliebiger Menge frei Haus – auf vollzählige Rückgabe wird aber geachtet. Alles, was sich in Kartons verpacken lasse, solle in den braunen Kisten verschwinden, empfiehlt der Unternehmer. Die Stereoanlage transportiert er am liebsten in der Originalverpackung. Einzelteile, wie Regalstangen oder Besenstiele, sollten mit Kreppband gebündelt werden, damit die Träger nicht mit Kleinigkeiten durchs Treppenhaus müssen. Kleine Pflanzen verpackt man ebenfalls in Kisten. Das große Grünzeug wird mit Folie geschützt in den Lkw bugsiert.

Eine mittlere Drei-Zimmer-Wohnung kommt im Schnitt auf rund 30 Kubikmeter Umzugsgut. Wie viel der Umzug ungefähr kostet, wird per Kostenvoranschlag bei einer Vorbesichtigung ermittelt. Bei Gaede kosten zwei Mann plus Lkw 49 Euro in der Stunde. Drei Lastenträger sind für 65 Euro zu haben, vier Mann kosten 85 Euro. Nach Angaben von Marcel Grelka ist das ein Berliner Durchschnittspreis.

Teurer wird es jedoch, wenn die Wohnung im fünften Stock liegt und das Haus keinen Aufzug hat. Vorsicht ist bei Pauschalen („145 Euro für drei Stunden“) angebracht. Brauchen die angeheurten Umzugsprofis – gewollt oder ungewollt – länger, kann es mitunter teuer werden.

Ein Tipp, wie man unnötige Pausen vermeidet: Den Männern ein Frühstück oder einen kleinen Mittagsimbiss hinstellen, damit sie nicht selbst auf Nahrungssuche in der Nachbarschaft gehen müssen. Das spart nicht nur Zeit, sondern hebt auch die Stimmung. mot

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