Wirtschaft : Paion legt verhaltenen Börsenstart hin Erster Börsengang des Jahres bringt kleine Gewinne

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Berlin/Frankfurt am Main Der erste Börsengang des Jahres ist gelaufen: Das Aachener Biotechnologie-Unternehmen Paion ist am Freitag in den Handel gestartet. Der erste Kurs wurde mit acht Euro und damit genau auf dem Ausgabepreis ermittelt. Die Handelsspanne am Morgen reichte bis 8,45 Euro. Bei Börsenschluss notierte die Aktie bei 8,35 Euro. Die Umsätze waren – wie bei Neuemissionen üblich – recht hoch.

„Die Kurserholung von der Erstnotiz bei acht Euro ist etwas überraschend“, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Der Ausgabepreis am unteren Rand der erheblich erweiterten Bookbuilding- Spanne von acht bis 14 Euro habe geringe Nachfrage signalisiert. Offenbar hätten einige Börsianer zunächst mit einem Absacken der Kurse unter den Ausgabepreis gerechnet und müssten nun Papiere zurück kaufen.

Das Unternehmen beschäftigt 55 Mitarbeiter und entwickelt Medikamente zur Behandlung und Prävention von Schlaganfällen. Am weitesten fortgeschritten ist die Erforschung des Medikaments mit dem Wirkstoff Desmoteplase, der auf einem natürlichen Eiweiß basiert, das die Blutgerinnung hemmt.

Mit Paion sind im Prime Standard, dem höchsten Segment der Frankfurter Wertpapierbörse, jetzt 41 Pharma- und Healthcare-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 25 Milliarden Euro notiert, teilte die Deutsche Börse mit. Darunter fänden sich einschließlich Paion 15 Biotechnologie-Unternehmen, sieben Unternehmen aus dem Bereich Healthcare, zwölf Unternehmen aus dem Bereich Medical Technology und sieben Unternehmen aus dem Bereich Pharmaceutical.

Der Weg aufs Parkett verlief allerdings holprig. Anfang Februar hatte Paion die Preisspanne für seine Aktienplatzierung von zuvor elf bis 14 Euro auf acht bis 14 Euro gesenkt. Zudem hatte die Gesellschaft die Zeichnungsfrist verlängert.

Aktionärsschützer mahnten im Vorfeld zur Zurückhaltung. Mit einer Zulassung für das Medikament mit dem Wirkstoff Desmoteplase sei nicht vor dem Jahr 2007 zu rechnen. Die Gefahr, dass überhaupt keine Zulassung erfolgt, sei sogar groß. dr

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