Pannenserie : In Europa müssen 1,8 Millionen Toyotas in die Werkstatt

Toyotas Pannenserie erreicht Europa: Fast zwei Millionen Autos müssen zurückgegeben werden. Bis die defekten Gaspedale ersetzt sind, gibt es Tipps für den Gefahrenfall.

Die Krise des größten japanischen Autoherstellers hat weltweite Ausmaße angenommen. In den USA, Europa und Asien sind mindestens acht verschiedene Modelle von defekten Gaspedalen betroffen, darunter die Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Mehr als acht Millionen Autos könnten zurück in die Werkstätten beordert werden, in Europa sind nach Angaben von Toyota 1,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. 

Die Zulieferfirma CTS in den USA wies unterdessen jegliche Schuld von sich. Sie habe das fehlerhafte Pedal nicht entwickelt, sondern nur nach Plänen von Toyota angefertigt. Sie arbeiteten aber mit Toyota an einer raschen Lösung.

Für Autos, die gerade produziert werden, stehen bereits modifizierte Gaspedale zur Verfügung. Mit dem Zulieferer sei die Form der Pedale überarbeitet worden, teilte der Autohersteller im kalifornischen Torrance mit. Die Produktion der neuen Teile laufe auf Hochtouren.

Toyota hat derweil die Fahrer seiner Autos mit Notfall-Tipps versorgt. Der Autokonzern veröffentlichte eine Liste mit Ratschlägen für den Fall, dass das Gaspedal während der Fahrt nicht mehr in seine Ausgangsposition zurückkehrt.

Erste Reaktion der Fahrer sollte laut Toyota sein: mit beiden Füßen fest auf das Bremspedal treten. Der Autohersteller empfiehlt dann die Automatik-Gangschaltung auf Leerlauf zu schalten, den Wagen am Rand der Straße zu stoppen und den Motor auszuschalten. Sollte es nicht gelingen, die Gangschaltung auf Leerlauf zu schalten, sollte der Fahrer den Motor während der Fahrt abschalten – entweder mit dem An/Aus-Knopf oder indem er den Zündschlüssel herumdreht, aber nicht abzieht, da dies das Lenkrad blockieren würde.

Aufgrund der Probleme muss sich Toyota nun auch vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses verantworten. "Genauso wie viele Kunden bin auch ich besorgt über die Schwere und den Umfang der jüngsten Rückruf-Ankündigungen", sagte der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses, Henry Waxman. 

"Zwar war unser Treffen mit Toyota gestern hilfreich, doch es bleiben Fragen", sagte der Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses, Bart Stupak. "Solche Vorfälle ziehen sich bereits eine Dekade lang hin und haben zu einer unverhältnismäßig hohen Anzahl an Toten geführt." Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde starben in den vergangenen zehn Jahren 19 Toyota-Fahrer wegen eines klemmenden Gaspedals.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP

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