Wirtschaft : Papierhandelskonzern hat Krise überwunden - Herlitz noch beteiligt

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Das Papierhandelshaus Hit AG, Ismaning bei München, hat 1999 die Konkursgefahr abgewendet und hofft nun auf eine Rückkehr in die Gewinnzone. "Wir gehen aus der Krise gestärkt in eine bessere Zukunft," sagte der neue Hit-Chef Ernst Schennen anlässlich der Bilanzvorlage in München. Die lange prekäre Lage sei im Vorjahr mit einer Stabilisierung der konzernweiten Eigenkapitalquote bei 16 Prozent "entschärft" worden. Den Fall von Hit habe man mit einer Konsolidierung auf niedrigem Niveau aufgefangen. So seien insbesonders die Bankschulden des Konzerns von Mitte 1998 rund 110 Millionen Mark bis Ende 1999 auf 35 Millionen Mark verringert worden, sagte Schennen. Der Umsatz sei dabei vor allem durch die Aufgabe unrentabler Geschäfte auf 163 Millionen Mark fast halbiert worden. Als Folge davon wurde der Jahresfehlbetrag von 7,5 auf drei Millionen Mark verringert. Dazu hat auch eine Einigung mit der russischen Papierfabrik AO Volga beigetragen, über die Hit urspünglich in die Papierproduktion einsteigen wollte. Die Russen hätten sich zu acht Millionen Mark Ausgleichszahlung an Hit verpflichtet, wovon die Hälfte 1999 geflossen sei, sagte Schennen. Ferner wurde ein fünfjähriger Papierliefervertrag geschlossen und damit ein zweijähriger Streit mit der ehemaligen Tochter beendet.

Dies und ein Neubeginn im Papierhandel habe im Vorjahr die Wende gebracht. In der laufenden Periode erwartet Hit erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn. Das sei auch vom Handel mit gebrauchten Papierverarbeitungsmaschinen abhängig, der über die Tochter Hit PVM betrieben wird. Auch die soll nun saniert und in die Gewinnzone gebracht werden. Mit einem 62-prozentigen Umsatzplus im ersten Quartal 2000 sei Hit auf dem richtigen Weg, sagte Schennen, der in diesem Jahr rund 190 Millionen Mark Umsatz erwartet. Ein Aufschwung an den Papiermärkten und stabile Papierpreise stützten diesen Kurs. Unklar ist dagegen weiter die Hit-Eignerstruktur. Knapp die Hälfte der Anteile liegt noch bei der Herlitz AG, die sich seit Jahren davon trennen will.

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