Wirtschaft : Paris-Hiltonomics

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Das Repräsentantenhaus hat am Mittwoch erneut für die Abschaffung der Erbschaftsteuer gestimmt – mit acht Stimmen mehr als 2003. Kritiker aus dem linken Lager nennen es das „ParisHilton-Benefizgesetz“, weil nur Hotelerbinnen wie sie davon Vorteile hätten. Sie verstehen nicht, dass es das jetzige System ist, das Paris Hilton zu dem macht, was sie heute ist.

Denn die Erbschaftsteuer – derzeit 45 Prozent ab einem Erbe von 1,5 Millionen Dollar – veranlasst die Menschen, zu konsumieren statt zu sparen. Die meisten geben ihr Geld eben lieber aus, als es dem Staat in den Rachen zu werfen. Das Beste, was Rick Hilton momentan für seine Tochter Paris tun kann, ist, ihr mehr Taschengeld zu geben und sie zu ermutigen, jeden Penny davon auszugeben – möglichst auf Partys, denn dann häuft sie kein zu versteuerndes Vermögen an, das sie dann wiederum eines Tages vererben müsste.

Den „Geldadel“ gibt es nun einmal. Superreiche wie die Hiltons haben schon immer Wege gefunden, Steuern zu umgehen. Es sind die Erben der nicht ganz so Superreichen – der sparsame Zahnarzt, der clevere Anleger, der kleine Unternehmer-Millionär –, die typischerweise durch die Steuer zugrunde gerichtet werden.

Außerdem ist es ein Mythos, dass die meisten Reichen wie Paris Hilton an ihr Geld kommen. Nach dem Bestseller „The Millionaire Next Door“ („Der Millionär von nebenan“) haben 81 Prozent der Millionäre ihr Geld selbst verdient. Falsch ist auch die Annahme, dass durch die Erbschaftsteuer große Vermögen umverteilt werden: Der Wirtschaftsexperte Alan Blinder hat argumentiert, dass eine „radikale Reform der Erbschaftspolitik nur eine vergleichweise geringe Einkommensumschichtung bewirkt“, da das Wohlstandsgefälle nur zu einem sehr geringen Teil auf ungleiche Erbschaften zurückzuführen sei.

Die Demokraten weisen darauf hin, dass ohnehin nur die Superreichen in Gefahr geraten, Erbschaftsteuer zu zahlen. Dennoch sind 64 Prozent der Amerikaner für eine komplette Abschaffung der Erbschaftsteuer. Sie verstehen, dass es bei dieser Steuer nicht nur um Wirtschaft geht. Es geht auch um Gerechtigkeit. Eine Politik, die sparsame Familienunternehmen bestraft, hat bei der Steuer nichts zu suchen – auch wenn das Paris Hilton nutzt.

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