Wirtschaft : Pariser Autosalon präsentiert zahlreiche Premieren

FRANKFURT (MAIN) (rtr).Die deutsche Automobilindustrie präsentiert sich auf dem Pariser Autosalon ab Donnerstag in bester wirtschaftlicher Verfassung mit zahlreichen Neuheiten.Der Volkswagen-Konzern plant gleich mehrere Premieren: Vom sparsamen Drei-Liter-Auto bis zur spektakulären Studie eines Bugatti mit dem ersten 18-Zylinder-Motor der Autogeschichte.Daimler-Benz zeigt die neue S-Klasse erstmals einem breiten Publikum.Opel präsentiert die umweltfreundliche Brennstoffzellentechnik.Porsche stellt die allradgetriebene Version des 911 vor.

VW-Chef Ferdinand Piëch will nach Ansicht einiger Kommentatoren der Automobilpresse die vermeintliche Schlappe im Rennen um Rolls-Royce gegen BMW wettmachen und hat deshalb die Traditionsmarke Bugatti wiederbelebt.Die Studie des Bugatti EB 118 mit über fünf Metern Länge und 555 PS dürfte ein Zuschauermagnet in Paris werden.Im Wettstreit der Nobelmarken setzen die Wolfsburger zudem auf den Bentley Continental SC.VW hatte im Bieterwettbewerb um den britischen Luxuswagenhersteller Rolls-Royce die Rechte an dessen Schwestermarke Bentley erhalten.BMW hatte sich die Markenrechte an Rolls-Royce gesichert, diese bis zum Jahr 2002 aber an VW abgetreten.

Um dem Vorwurf zu entgehen, nur noch auf Größe und PS-Stärke zu setzen, stellt Piëch neben den Bugatti einen VW "Lupo", der auf 100 Kilometern nur 2,99 Liter Kraftstoff verbrauchen soll.Damit erfüllt VW sein Versprechen, ein Drei-Liter-Auto zu entwickeln.Noch zur Internationalen Automobil-Ausstellung im Herbst 1997 hatte die Branche dem Vorhaben keine Priorität eingeräumt und vielmehr auf die Reduzierung des allgemeinen Kraftstoffverbrauchs gesetzt.Herzstück des Spar-Lupo ist ein Dreizylinder-Dieselmotor mit Turbolader.Das Fünfganggetriebe ist mit der aus der Luxusklasse bekannten Tiptronic-Funktion ausgestattet.Das heißt, es gibt kein Kupplungspedal.Die Gänge werden automatisch eingelegt.Wer spurten will, wählt durch Antippen des Schalthebels die Gänge von Hand.

Auch Opel setzt auf umweltfreundliche Technik: Auf Basis des Opel Zafira wird erstmals ein fahrtüchtiges Auto mit Brennstoffzellentechnik vorgestellt.Das Prinzip dieser Technik beruht auf einem elektrochemischen Vorgang, bei dem Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert und dabei elektrische Energie erzeugt.Diese Autos produzieren nach Herstellerangaben praktisch keine Schadstoffe und fahren dank Elektromotor nahezu geräuschlos.

Mit den Neuvorstellungen präsentiert sich die Branche nach Ansicht von Analysten "kraftstrotzend".Das könnte sich aber wegen der weltweiten Finanzkrisen schon bald ändern.Deshalb ist Paris womöglich die vorerst letzte große Automobilschau, auf der die Hersteller "aus dem vollen schöpfen können", wie ein Experte formulierte.

Nach der Fusion von Daimler und Chrysler erwarten die Analysten von Paris keine weiteren Nachrichten über Verschmelzungen.Dennoch wird auch auf dem Automobilsalon über Zusammenschlüsse spekuliert werden.Dazu dürften Aussagen von Ford-Chef Alex Trotman beigetragen haben, der in einem Interview gesagt hatte, sein Unternehmen sei offen für eine mögliche Fusion.Auch über eine Zusammenarbeit zwischen VW und BMW dürfte diskutiert werden.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar