PARKETT Geflüster : Partner für Potsdamer Platz gesucht

SEB Immo-Invest will Fonds wieder öffnen.

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Griechen aus der Hafenstadt Patras haben die virtuelle Währung „Ovolos“ als Alternative zum Euro eingeführt. Dabei geht es um eine Art Tauschhandel. 2300 Mitglieder machen schon mit. Auch in der mittelgriechischen Stadt Volos hat sich eine ähnliche Bewegung entwickelt. Sie hat auch eine Währung: Kleidung. Gut, wenn die Griechen innovativ sind und etwas gegen die Krise tun. Leider müssen wir eine Hoffnung zerstreuen. International wird das nicht funktionieren. Anleihegläubiger akzeptieren fast alles – nur keine getragenen Klamotten oder virtuelle Münzen. mot

Berlin - Der Immobilienfonds SEB Immo-Invest soll noch in diesem Jahr wiedereröffnet werden. Die Fondsgesellschaft SEB Asset Management geht davon aus, dass die dazu nötige Liquidität aller Voraussicht nach auch ohne den Verkauf von Anteilen am Potsdamer Platz vorhanden sein wird. Der Offene Immobilienfonds war am 6. Mai vergangenen Jahres geschlossen worden, nachdem Anleger infolge der Wirtschaftskrise in Scharen ihre Anteile zurückgegeben hatten. Der Fonds hat ein Volumen von 6,3 Milliarden Euro, der größte Teil davon ist in Immobilien investiert, dazu gehören auch 19 Gebäude am Potsdamer Platz.

Vor gut vier Wochen hatte Barbara Knoflach, Vorstandschefin von SEB Asset Management, mitgeteilt, dass ein Partner für die Hälfte des SEB- Investments am Potsdamer Platz gesucht werde. Aktuellen Berichten, wonach die SEB nun einen Anteil von 90 Prozent an dem Immobilienensemble am Potsdamer Platz verkaufen will, wies eine Sprecherin der Frankfurter Fondsgesellschaft am Montag zurück. Es bestehe auch kein Verkaufsdruck: „Die Wiederaufnahme der Anteilrücknahme hängt nicht davon ab, dass wir Teile vom Potsdamer Platz veräußern. Dies wird uns mit großer Wahrscheinlichkeit auch ohne dieses Geschäft gelingen“, sagte eine Sprecherin. Zurzeit seien die Verhandlungen über den Verkauf von vier anderen größeren Objekten „weit fortgeschritten“. Weitere Immobilien seien in der Vermarktung. Die Liquidität, also die Barmittel, die die Fondsgesellschaft braucht, um Fondsanteile wieder zurücknehmen zu können, betrage zurzeit mehr als eine Milliarde Euro.

Der Fonds hatte die Immobilien am Potsdamer Platz Ende 2007 für 1,4 Milliarden Euro gekauft. Dazu gehören unter anderem das Musical-Theater, die Spielbank, das Grand Hyatt und Mandala Hotel sowie das Cinemaxx. Dass die beiden Mietverträge mit Daimler Financial Services und der Daimler-Vertriebszentrale, die derzeit 19,9 Prozent der Nettomieterträge ausmachen, 2012 beziehungsweise 2013 auslaufen, wertet SEB-Asset-Management-Chefin Knoflach als gute Nachricht, da die bisherigen Konditionen von 17,50 Euro pro Quadratmeter rund zehn Prozent unter den aktuell erzielbaren Preisen lägen. Allerdings: Noch gibt es keinen Nachmieter. ball

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