Wirtschaft : Partner DaimlerChrysler wurde nur allgemein informiert

Der japanische Autokonzern Mitsubishi verhandelt mit Hyundai über eine Kooperation bei Kleinwagen und hat nach eigenen Angaben seinen künftigen Partner DaimlerChrysler darüber nicht formell informiert. Der Präsident von Mitsubishi Motors, Katsuhiko Kawasoe, sagte am Dienstag in Tokio, die Gespräche mit dem koreanischen Hersteller drehten sich um das mit DaimlerChrysler geplante Projekt eines Kleinwagens für verschiedene Märkte der Welt. Der DaimlerChrysler-Konzern, der die Übernahme von 34 Prozent der Mitsubishi-Anteile plant, sei darüber "nicht formell informiert worden". Hyundai hatte am Sonntag eine angebliche technologische Allianz mit Mitsubishi und DaimlerChrysler bekannt gegeben, was von dem Stuttgarter Konzern aber dementiert worden war.

Kawasoe sagte, es sei möglich, dass Mitsubishi und Hyundai bei dem globalen Kleinwagenprojekt eine Plattform für ein Fahrzeug teilen könnten. "Wir denken über eine Mitsubishi-Plattform nach, und Hyundai dürfte eine eigene Plattform verwenden. Aber hier könnte Raum sein, um noch zusammenzufinden." Die Gespräche mit Hyundai liefen schon länger als die im März bekannt gegebene Allianz mit DaimlerChrysler. "Wir haben natürlich mit DaimlerChrysler über die Vorzüge gesprochen, Plattformen mit anderen Herstellern zu teilen, aber wir haben nicht gesagt, mit wem", sagte Kawasoe. Hyundai hatte am Sonntag erklärt, eine Allianz mit Mitsubishi und DaimlerChrysler vereinbart zu haben und dabei schon geplante Produktionszahlen für ein solches auf allen globalen Märkten einsetzbares "Weltauto" genannt. Für Verwirrung hatte gesorgt, dass DaimlerChrysler diese Aussagen dementierte.

DaimlerChrysler will 34 Prozent der Anteile an Mitsubishi übernehmen. Teil der Allianz soll auch der Kleinwagenbereich sein. So hatte Mitsubishi die Entwicklung eines Kleinwagens für alle Märkte der Welt bekannt gegeben, der auch Basis für ein viersitziges Fahrzeug für die DaimlerChrysler-Kleinwagenmarke Smart sein könnte. Da für die Allianz mit Mitsubishi erst eine Absichtserklärung besteht und das Vorhaben rechtlich nicht abgeschlossen ist, befinden sich die Partner derzeit in der so genannten Stillhalte-Periode ("quiet period"), in der nicht über geplante Projekte gesprochen werden dürfte.

Mitsubishi hat bereits seit Jahren Kontakte mit Hyundai und ist mit einem Anteil von unter fünf Prozent an dem koreanischen Unternehmen beteiligt. Im Gegensatz zu Mitsubishi hatte Hyundai davon gesprochen, dass die Kooperation der drei Unternehmen bei Kleinwagen bereits vereinbart sei.

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