Wirtschaft : Partnerschaft soll verschuldeten Südkoreanern aus der Krise helfen

Eine Allianz mit dem US-Konzern General Motors soll den hoch verschuldeten südkoreanischen Fahrzeugbauer Daewoo aus seiner finanziellen Klemme befreien. Die zur Daewoo-Gruppe gehörende Daewoo Motor Co. unterzeichnete am Freitag eine Absichtserklärung mit General Motors über die Bildung einer strategischen Allianz in der Autoproduktion, wie die Unternehmen mitteilten. Details der Partnerschaft müssten aber noch ausgearbeitet werden. Daewoo hofft nach eigenen Angaben auf Investitionen des größten Autobauers der Welt. Daewoo-Motors-Präsident, Kim Tae-gu, sagte, beide Seiten müssten noch Fragen der Investitionen und der Kontrolle über das Management diskutieren. Er hoffe auf ein schnelles Ergebnis der Verhandlungen. Beide Unternehmen erklärten, sie wollten gemeinsam weitreichende Geschäftsinteressen ausloten.

Die Südkoreaner hatten bereits in der Vergangenheit signalisiert, dass sie Interesse an einer Übernahme von Teilen ihrer Autosparte durch General Motors hätten. Das US-Unternehmen hielt von 1978 bis 1992 die Hälfte an Daewoo Motors, die dann die Südkoreaner übernahmen. Im Februar 1998 hatte das Unternehmen schon einmal eine Absichtserklärung mit General Motors über die Bildung einer weitreichenden Allianz unterzeichnet. Diese Vereinbarung wurde jedoch nie mit Leben gefüllt. Dabei habe der "Schwerpunkt auf Finanzen und Logistik gelegen", erklärte der Daewoo-Sprecher. Das südkoreanische Unternehmen baute früher jahrelang für GM einen Kleinwagen für den US-Markt. Die 15 Jahre dauernde Kooperation wurde 1992 aufgelöst.

Daewoo hatte in der Vergangenheit ein aggressives schuldenfinanziertes Wachstum verfolgt. Im vergangenen Jahr entging Südkoreas zweitgrößter Konzern nur knapp dem Konkurs. Das Unternehmen versprach seinen Kreditgebern daraufhin, seine Schulden drastisch zu reduzieren und ausländisches Kapital anzulocken. Die Zahlungsschwierigkeiten des hoch verschuldeten Daewoo-Konzerns hatten sich zuletzt verschärft. Die Kreditgeber hatten dem Mischkonzern Ende Juli mit Überbrückungskrediten von vier Billionen Won (etwa sechs Mrd. DM) und Umschuldungen zur Abwendung der Zahlungsunfähigkeit geholfen.

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