Wirtschaft : Party auf vier Rädern

Im Cabrio raus ins Grüne oder im Rolls Royce durch die Stadt – den Fahrspaß kann man mieten

Nora Luttmer,Anselm Waldermann

von Nora Luttmer

und Anselm Waldermann

Einmal im Porsche die Avus rauf und runter? Im Rolls Royce auf dem Ku’damm chauffiert werden? Oder das Dach aufmachen und im Cabrio Richtung Ostsee? Stadtmenschen, die im Alltag mit Fahrrad, Bus oder U-Bahn unterwegs sind, lockt in diesen sonnigen Sommerwochen der Fahrspaß auf vier Rädern. Übers Wochenende raus aus der Stadt oder einfach mal extravagant cruisen: Wer kein Auto besitzt oder die eigene Rostlaube satt hat, muss nicht länger träumen. Der Luxus lässt sich mieten.

Die Autovermietung Classic Cars in Berlin-Wilmersdorf bietet einen eleganten Fuhrpark der Klassiker: Rolls Royce, Cadillac, Lincoln-Stretchlimousine, Jaguar, Vanden Plas Princess. Die Wahl fällt schwer. Eignet sich für die Fahrt ins Grüne vielleicht der Rolls Royce Corniche Cabrio mit dem roten Lederpolster? „Den können Sie für 115 Euro pro Stunde haben“, sagt Classic-Cars-Besitzer Gerald Lentz. Damit ist das Cabrio allerdings auch gleich der teuerste Wagen im Sortiment. Schon für 90 Euro ist der weiß-rosa Cadillac de Ville, Baujahr 1959, mit riesiger Heckflosse fahrbereit. Gemütlich zurückgelehnt auf der Hinterbank, fühlt sich der Mieter wie Elvis. Wie aus einem Mafiafilm muten die Stretchlimousinen mit ihren abgedunkelten Fensterscheiben an. Der neun Meter lange Lincoln Town Car Superstretch kostet 110 Euro in der Stunde. Auf seinen schwarzen Ledersofas finden gleich acht Mitfahrer Platz – da lässt sich auf vier Rädern eine ganze Party feiern. „Viele Kunden mieten die Wagen für Hochzeiten, aber auch reine Fun-Fahrten sind natürlich möglich“, sagt Gerald Lentz. Nehmen mehrere Mitfahrer an der Spritztour teil, lassen sich die Kosten für einen Ausflug prima teilen.

Spaßfahrer sind außerdem im Vorteil, weil sie nicht an feste Termine gebunden sind. Bei Sonnenschein ist spontan immer eines der Autos bei Classic Cars zu haben. „Selberfahren ist allerdings nicht möglich“, sagt Vermieter Lentz. Doch zu den Straßenkreuzern passt ein Chauffeur ohnehin viel besser: Der Fahrdienst ist ebenso wie das Benzin bei Classic Cars im Preis enthalten.

Doch es muss ja nicht gleich ein Rolls Royce sein. Wer sich mit einem Auto auf Zeit in Bewegung setzen will, kann auch mit dem Kleinwagen Smart Spaß haben – vor allem dann, wenn er fast nichts kostet. So wirbt der Autovermieter Sixt seit Ende Mai unter dem Namen Sixti um sparsame Automieter: Für fünf Euro am Tag, inklusive 100 Kilometern, ist der Smart schon zu haben. Theoretisch zumindest. Denn meistens kostet der kleine Stadtflitzer dann doch deutlich mehr. „Je größer die Nachfrage, desto höher der Mietpreis“, heißt es bei Sixti. So kann die Tagesmiete statt fünf schnell 14 Euro betragen. Mietbedingung ist der Besitz einer Kreditkarte. Und: Im Preis ist nur die Haftpflichtversicherung enthalten. Wer für sein Mietauto eine Vollkaskoversicherung wünscht, zahlt fünf Euro zusätzlich. Ein zweiter Fahrer wird mit zwei Euro pro Tag berechnet. Sixti-Mieter müssen ihren Smart außerdem sauber zurückgeben. Tote Fliegen an der Windschutzscheibe oder Schlammspritzer an der Karosserie werden mit einer Wagenwäsche zum Preis von 15 Euro bestraft. Zusammengerechnet kommen für den Spar-Smart an einem langen Wochenende so bald 60 bis 70 Euro statt der erhofften 15 Euro zusammen.

Oben-ohne-Flitzer für kleines Geld

Ungefähr so viel, wie Avis für einen Cabrio- Smarts am Tag verlangt. Für 69 Euro inklusive Vollkasko kann man hier so weit fahren, wie man will, die Zahl der Kilometer ist frei. Doch eine Hürde besteht auch bei Avis: Kreditkarte muss sein. Mieter und Fahrer müssen allerdings nicht dieselbe Person sein

Wem der Smart zu eng oder zu langsam ist, der steigt ein paar Klassen höher ein. Den Mercedes SLK Cabrio gibt es noch bis zum 15. Juli bei Sixt im Sonderangebot: 79 Euro pro Tag kostet der Roadster bei Buchung über das Internet, bei telefonischer Bestellung sind es 119 Euro. Hinzu kommen noch 38 Euro für die Vollkaskoversicherung. Voraussetzung für den Oben-ohne-Flitzer: Der Fahrer muss mindestens 25 Jahre alt sein, seit drei Jahren einen Führerschein und eine Kreditkarte besitzen.

Porsche-Fans müssen hingegen auf Sonderangebote verzichten. Bei Avis kostet der Porsche 911 199 Euro am Tag, der Boxster ist schon für 179 Euro zu haben. Eine Kilometerbegrenzung gibt es nicht, auch die Vollkasko ist inklusive – mit 800 Euro Eigenbeteiligung. Aber Avis will finanziell auf Nummer Sicher gehen: Zwei Kreditkarten müssen Porsche-Interessenten vorlegen.

Wer mal so richtig aufs Gaspedal treten will, ist mit einem italienischen Sportwagen gut bedient. Der Ferrari 348TS mit 300 PS kostet bei Beverly Cars in Berlin-Mitte pro Tag 545 Euro inklusive Vollkasko und 100 Kilometern. 3000 Euro Kaution müssen hinterlegt werden. Dafür braucht der Mieter keine Kreditkarte vorzuweisen. Ganz extravagant kann man in einem Lamborghini auf die Tube drücken. Den muss Beverly Cars allerdings erst nach Berlin holen. Der Kunde zahlt dann 3200 Euro für das Wochenende, ein Tag schlägt mit 1800 Euro zu Buche. Die Kaution beträgt 6000 Euro. Dafür ließe sich freilich auch schon ein eigenes Auto kaufen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben